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Urlauberinsel Bali wartet auf den Ausbruch des Vulkans

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Nachdem letzte Woche noch Entwarnung gegeben wurde, rufen die Behörden auf der indonesischen Insel Bali wieder die höchste Vulkan-Warnstufe für den Mount Agung aus. Auch die Sperrzone rund um den Vulkan wurde bis zwölf Kilometer ausgeweitet. Einwohner werden evakuiert. Tausende Urlauber sitzen fest, Flüge werden gestrichen. Es herscht Ruhe vor dem Chaos.

Seit Tagen stößt der Vulkan, der in einem beliebten Touristengebiet liegt, eine Rauch- und Aschewolke aus. Am Sonntag erreichte diese eine Höhe von rund 6000 Metern. Auch gibt es explosive Eruptionen mit Flammen, was darauf deutet, dass ein Ausbruch bevorsteht.

Das Vulkanologische Institut von Bali gab am Sonntag für die Luftfahrt die höchste Alarmstufe aus. Einige Fluggesellschaften strichen bereits nach einer ersten Eruption am Samstag Flüge, vor allem nach Australien.

Der internationale Flughafen auf Bali wurde am Montagmorgen Ortszeit vorerst für mindestens 24 Stunden geschlossen, derjenige von Lombok kann bereits seit Sonntag nicht mehr angeflogen werden. Tausende Urlauber sitzen auf der Vulkan-Insel fest. Die Behörden haben die Bevölkerung angewiesen, im einem Umkreis von 7,5 Kilometer ihre Häuser zu verlassen.

Der Mount Agung (indonesisch Gunung Agung, von gunung „Berg“ und agung, „groß, großartig“) ist ein aktiver Schichtvulkan auf der indonesischen Insel Bali und die höchste Erhebung der Insel. Bei einem Ausbruch des Agung 1963 starben fast 1.600 Menschen.

Der Gunung Agung galt bereits vor Einführung des Hinduismus als heiliger Berg. An der Südwestflanke befand sich auf ungefähr 900 Meter Höhe ein Heiligtum zur Verehrung des Berges und der hier ansässigen Ahnengeister. Später wurde dieses Heiligtum vom Hinduismus übernommen und an derselben Stelle der Tempel Pura Besakih errichtet, der heute noch genutzt wird.

Der Gunung Agung wird vielfach als Symbol des mythologischen Berges Meru und damit des Zentrums der Welt angesehen. Dieser Bergkult mischt sich mit der Verehrung Shivas, besonders in seiner Form als Sonnengott Surya, und mit einem Ahnenkult. Der Pura Besakih enthält mehrere Altäre, Schreine und wertvolle Statuen und ist das höchste hinduistische Heiligtum Balis. In religiösen Zeremonien wird der Berg bestiegen, um dort in Palmblättern heiliges Wasser aufzufangen, mit dem dann die Pilger benetzt werden.