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Businessjets: Marktentwicklung bis 2023

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NBAA: Die große Show der Businessjets
NBAA: Die große Show der Businessjets in Laa Vegas (Foto: Thaler)

Die National Business Aviation Association (NBAA) veranstaltet jährlich den weltgrößten Treff der Businessjet-Community, die NBAA 2013 Business Aviation Convention & Exhibition, die heuer vom 22. – 24.10. in Las Vegas mit 1.100 Ausstellern und 25.000 Messebesuchern stattfand.

Der Markt für Geschäftsflugzeuge ist volatil und seit 2009 im Sinkflug: die Zahl der verkauften Flugzeuge hat sich seit 2008 (1.315 Businessjets) halbiert (2012: 672 Stück). 2016 soll mit einem Auslieferungswert von 22 Mrd. US-Dollar die Höhe vor der Rezession erreicht werden.

Für österreichische Zulieferer von z.B. modernen Verbundmaterialien, Avionik und Innenausstattung sind Businessjets ein attraktives Aerospace-Segment:

  • Die Oberösterreichische FACC rüstet Boeing Business Jets (BBJ) mit Winglets aus, Bombardier Challenger Modelle 350, Embraer Legacy 500/450, Lineage 1000 u.v.m mit dem Innenbereich aus.
  • List components & furniture GmbH ist auf Möbel spezialisiert, Fa. Villinger ist ein Experte für optimales Raumklima.
  • Das Who is Who der Businessjet-Hersteller war mit Neuheiten präsent wie z.B. Bombardier Aerospace, Cessna Aircraft Co., Dassault Aviation S.A., Embraer, Gulfstream Aerospace Corp.

    Dassault enthüllte den 45 Mio. US-Dollar teuren Falcon 5X, der eine Reichweite Los Angeles – London hat und 2015 erstmals fliegen wird. Der Learjet – Synonym für einen Businessjet – feierte sein 50-jähriges Jubiläum.

    Der Shutdown der Regierung im Oktober hat die stark regulierte Luftfahrtindustrie besonders getroffen. Die mehrwöchige Schließung der Flugzeugregistrierungsbehörde führte zu einem erheblichen Rückstau der Auslieferungen.

    Das Jahr 2013 war reich an Turbulenzen

    Honeywell International prognostiziert bis 2023 die Auslieferung von 9.250 neuen Privatfliegern mit einem Wert von 250 Mrd. USD. In den nächsten fünf Jahren sollen Businessjet-Betreiber 28 Prozent ihrer Flotte erneuern.

    Regional verteilen sich die Bestellungen vor allem auf Nordamerika (61 Prozent), gefolgt von Lateinamerika (18 Prozent) und Europa (12 Prozent).

    Bausteine einer robusten Marktentwicklung in den nächsten zehn Jahren wird die steigende Nachfrage in BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), die Erholung des nordamerikanischen Marktes und die noch nie dagewesene Anzahl von Milliardären sein.

    Die Flugaktivitäten bei Businessjet-Betreibern und Sharing-Kunden haben sich 2013 im Hauptmarkt USA zwar gut entwickelt, allerdings nicht in Neukäufe niedergeschlagen.

    Die Trendwende wird 2014 mit jährlichen Zuwächsen von 4 bis 5 Prozent einsetzen. Zusätzlichen Auftrieb werden Innovationen und neue Modelle schaffen. Weiters positiv, dass der Überschuss an gebrauchten Jets rückläufig ist und sich der Markt für gebrauchte Biz-Jets nach schwachen Jahren verbessert.

    Größer, weiter, grüner

    Laut einer Studie sind Unternehmen, die Businessjets verwenden erfolgreicher und übertreffen Unternehmen ohne Einsatz von Biz-Jets hinsichtlich Innovation, Gewinnsteigerung, Mitarbeiterzufriedenheit und Marktanteil.

    Im Trend liegen großräumige Jets mit mehr Reichweite, moderner Avionik und individueller Ausstattung. Die Gulfstream G650 ist der schnellste Businessjet und mit einem Preisschild von 65 Mio. USD bis 2017 ausverkauft.

    Mengenmäßig werden größere Jets schätzungsweise 60 Prozent, wertmäßig 80 Prozent der Neuanschaffungen ausmachen. Umweltfreundlichkeit und Service sind wichtige Verkaufsargumente.

    Der Businessjet-Markt ist in allen Segmenten kompetitiver geworden und hat mit dem Einbrechen des US-Marktes zu einer Intensivierung der Exportaktivitäten amerikanischer Unternehmen geführt.

    Gefragt sind innovative Geschäftsmodelle: Sharing, Corporate Card, Flugstundenprogramme, über das Internet rasch abrufbare kostengünstige Privatflug-Angebote für eine preissensible Klientel im kleineren Businessjet-Segment.

    Die USA sind nach wie vor Nr.1 im Businessjet-Markt

    Die USA sind mit rund 11.200 registrierten Privatjets der größte Markt, die übrigen Länder kommen auf knapp 8.000 private Flieger. Van Nuys, in der Nähe von Los Angeles gelegen, ist mit jährlich 259.000 Starts und Landungen der weltweit meistfrequentierte Flughafen für Privatflugzeuge.

    Die größte Flotte an Privatflugzeugen (600 Jets) hat Warren Buffett’s Unternehmen NetJets. Das US-Flughafennetz ist für Privatflieger mit 5.000 Landeplätzen im Vergleich zu 550 für kommerzielle Fluglinien sehr dicht.
    Autor: Rudolf Thaler, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles

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