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Jerusalem strahlt wieder: Neustart im Incoming

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Nachtaufnahme: Jerusalem strahlt wieder als Reiseziel
Jerusalem, Israels historische und umkämpfte Hauptstadt, ist wieder im touristischen Aufwind (Bild: Asi Efrati)

Jerusalem, das touristische Herz Israels, erlebt ein spürbares Comeback. Mit stark ausgebauten Flugkapazitäten aus dem DACH-Raum und einer Platzierung unter den globalen Top 10 der „Travel + Leisure World’s Best Awards 2026“ blickt die Destination optimistisch auf das laufende Jahr. Besonders der deutschsprachige Markt zieht bei den Kontingentplanungen wieder spürbar an.

Die über 3.000 Jahre alte Metropole in den Judäischen Bergen gilt seit jeher als Schmelztiegel der drei monotheistischen Weltreligionen. Mehr als 5.000 Kirchen, Synagogen und Moscheen prägen das Stadtbild und ziehen jährlich über eine Million Pilger an.

Doch das Zusammenspiel von Antike und Moderne geht längst über den klassischen Glaubenstourismus hinaus: Heute präsentiert sich Jerusalem als dynamische Lifestyle-Metropole mit einer lebendigen Kulturszene, hochklassiger Kulinarik und neuen Infrastrukturprojekten.

Starkes Signal der Airlines: Täglich nach Tel Aviv

Die touristische Erholung wird maßgeblich durch den massiven Ausbau der Flugverbindungen gestützt. Ab dem 2. August 2026 nimmt Condor tägliche Flüge zwischen Frankfurt und Tel Aviv auf. Diese neue Verbindung gliedert sich in ein dichtes Flugnetz aus dem DACH-Raum ein:

  • Lufthansa fliegt bereits seit 1. Juli zweimal täglich ab Frankfurt.
  • Austrian Airlines erhöht die Frequenzen ab Wien auf bis zu drei tägliche Flüge.
  • Eurowings und Swiss nehmen ihre Verbindungen im Laufe des Sommers wieder voll auf.

Platz 7 für Jerusalem im weltweiten Ranking

Dieses wachsende Vertrauen spiegelt sich auch in harten Zahlen wider. Bei den renommierten Travel + Leisure World’s Best Awards 2026 wurde Jerusalem von über 207.000 Lesern auf Platz 7 der besten Städte weltweit gewählt – noch vor Metropolen wie Tokio und Prag.

In der Region Naher Osten/Nordafrika kletterte die Stadt von Platz 3 im Vorjahr auf den Spitzenplatz (Platz 1). Bewertet wurden hierbei Kriterien wie Sehenswürdigkeiten, Kultur, Kulinarik, Gastfreundschaft und Einkaufsmöglichkeiten.

Vor Ort laufen touristische Betriebe, Museen und die berühmten Märkte wie der Mahane-Yehuda-Markt im regulären Vollbetrieb. Eine sichtbare, aber unaufdringliche Sicherheitspräsenz sorgt für einen geregelten Alltag, der von Besuchern als ruhig und einladend wahrgenommen wird.


Im Gespräch: Ohad Roth, Director Incoming Tourism Jerusalem

TRAVELbusiness: Herr Roth, welche Rolle spielt der deutschsprachige Markt aktuell für den Tourismus in Jerusalem?

Ohad Roth: Der deutsche Markt ist für uns von herausragender Bedeutung, da deutsche Partner besonders großen Wert auf Transparenz, Stabilität und Planungssicherheit legen. Wir sehen hier hochprozentig positive Signale.

Für den Herbst und Winter 2026 stellen wir fest, dass die Veranstalter von vorsichtigen Anfragen wieder zu konkreten Kontingentplanungen übergehen.

Die aufgestaute Nachfrage nach der kulturellen Tiefe Jerusalems ist enorm. Wir arbeiten sehr eng mit unseren Partnern im DACH-Raum zusammen, um diese notwendige Planungssicherheit durchgehend zu gewährleisten.

TRAVELbusiness: Welche Reisetrends und Segmente stehen 2026 im Fokus?

Ohad Roth: Der Aufwärtstrend ist eindeutig. Wir beobachten eine deutliche Verschiebung vom Solidaritätstourismus hin zu klassischen Segmenten wie Freizeit-, Kultur- und Glaubenstourismus. Letzterer bleibt ein Fundament, wird jedoch zunehmend durch erlebnisorientierte und hochwertige Boutique-Angebote ergänzt.

Ein Highlight ist das neu gestaltete Tower of David Museum, das mit modernster Technologie neue Maßstäbe als „Tor zur Altstadt“ setzt. Zudem boomt das Segment „Kulinarik & Wein“ auf internationalem Top-Niveau.

Auch „Urban Nature“ gewinnt an Relevanz: Der Jerusalem Trail und die grünen Gürtel rund um die Stadt verbinden Geschichte perfekt mit Naturerlebnissen, was gezielt nachhaltigkeitsorientierte Reisende anspricht.

Egal aus welchem Grund man kommt – man erlebt in Jerusalem immer eine spirituelle sowie eine kulinarische und kulturelle Dimension.

TRAVELbusiness: Welche neuen Infrastrukturen und Kapazitäten sind für Reiseveranstalter 2026 relevant?

Ohad Roth: Die Stadt hat die ruhigeren Jahre genutzt, um sich baulich und technologisch weiterzuentwickeln. Internationale Veranstalter profitieren 2026 von einem stark erweiterten Hotelangebot.

Dazu gehören neue Boutique-Häuser wie das Nucha Hotel der Leonardo-Gruppe sowie das neue Luxushotel Intercontinental Jerusalem, das im Stadtzentrum eröffnet.

Großinvestitionen in das Museum of Tolerance und neue Besucherzentren in der City of David schaffen zudem hochmoderne Kapazitäten für klassische Leisure-Gruppen als auch für das MICE-Segment. Jerusalem ist heute zugänglicher und moderner aufgestellt.

City of David: Biblische Stadt, wo Könige und Propheten ihre Spuren hinterlassen haben (Bild: Don Pazuela)

TRAVELbusiness: Wie wollen Sie das Vertrauen der B2B-Partner langfristig stärken?

Ohad Roth: Vertrauen entsteht nicht durch Slogans, sondern durch Präsenz. Unsere Strategie basiert auf absoluter Offenheit. Wir organisieren regelmäßig Info-Reisen (Fam Trips), damit sich Reiseveranstalter und Agenturen selbst ein Bild von der Lage vor Ort machen können.

Unser Ziel ist es nicht primär, die Destination stumpf zu verkaufen. Wir wollen gemeinsam mit den Veranstaltern sicherstellen, dass sich ihre Kunden vom ersten Moment an sicher, inspiriert und rundum gut betreut fühlen.


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