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Wie Geschäftsreisende sich vor Datenspionage schützen

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Datenspionage Hotel Cybercrime
Geschäftsreisende sind immer wieder Ziel von Geheimdiensten und Internet-Kriminellen. Vor allem in den Hotels sollten Geschäftsreisende mit ihren beruflichen und privaten Daten vorsichtig umgehen

Spionage ist nicht erst seit dem Auffliegen der NSA-Affäre ein brisantes Thema in Politik und Wirtschaft. Oftmals versuchen auch Kriminelle in Netzwerke von wichtigen Unternehmen einzudringen und deren Daten zu kopieren. Und Geschäftsreisende sind immer wieder im Visier der Datenspione. Immer öfter geraten Geschäftsreisende im Ausland ins Visier der Nachrichtendienste. Ob CIA, NSA, BND, MI6, Mossad oder FSB – sie alle versuchen mit modernsten Hightech-Hilfsmitteln wertvolle Informationen aus Wirtschaft, Industrie, Technologie und Wissenschaft auszuspähen. Diese staatlichen Schnüffler und Internetkriminelle sind stets dort anzutreffen, wo viel Geld im Spiel ist.

Vor allem Smartphones und Laptops erweisen sich dabei allzu oft als „Haus der offenen Tür“, da sie nur ungenügend mit entsprechender Soft- und Hardware abgesichert sind.

Abhör- und Ortungstechnik sind dagegen weit fortgeschritten. Heutzutage genügen beispielsweise nur vier Telefonate oder SMS zu unterschiedlichen Zeiten und Orten, um ein eindeutiges Bewegungsprofil der jeweiligen Person zu erstellen.

Der französische Geheimdienst DGSE erfasst und speichert zum Beispiel umfassende Kommunikationsdaten der Bürger im Inland, wie die Zeitung „Le Monde“ berichtete. Es soll sich um das umfangreichste europäische Überwachungsprogramm nach dem britischen Tempora handeln, mit dem Großbritannien den weltweiten Internetverkehr durch angezapfte Glasfaserkabeln mitschneidet.

Der britische Geheimdienst GHCQ speichert ohne gerichtliche Genehmigung über einen Zeitraum von bis zu 30 Tagen große Datenmengen aus angezapften Glasfaser-Kabeln. Darunter sind „Mitschnitte von Telefongesprächen, Inhalte von E-Mails und Einträge auf Facebook“, berichtet „The Guardian“. Das GHCQ kann sich auch einen Überblick über die von Nutzern besuchten Websites verschaffen.

Die NSA kann per Fernzugriff jederzeit die Kontrolle über die meisten Handy-Kameras und -Mikrofone erlangen – selbst wenn das Mobiltelefon ausgeschaltet ist.

Die NSA hat Zugang zu Servern großer Internetfirmen wie Apple, Facebook, Google, Microsoft und Yahoo und kann auch Telefonate amerikanischer Bürger abhören. Während die betroffen Unternehmen eine direkte Zusammenarbeit mit der NSA leugnen, betonte das Weiße Haus in Washington, alle Maßnahmen seien legal und dienten nur dem Schutz vor terroristischen Angriffen.

Mit Hilfe von Trojanern gelingt Cyber-Kriminellen nicht nur die Fernsteuerung von Kamera und Mikrofon, sondern auch der Zugriff auf die gespeicherten Daten ihrer Opfer. Denn immer noch behandeln viele Unternehmen ihre digitalen Daten mit erschreckender Fahrlässigkeit. Verschlüsselung halten sie für kompliziert, unkomfortabel und teuer.

„Wir wissen von Messungen, dass etwa nur vier Prozent der E-Mails verschlüsselt werden, gleichzeitig wissen wir von Umfragen, dass mindestens 43 Prozent der E-Mails in Geschäftsprozessen verwendet werden“, sagt Norbert Pohlmann, Professor für Informationssicherheit und Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen.

Das internationale Buchungsportal hotel.de zeigt mit einer Infografik Möglichkeiten auf, sich auch unterwegs vor Datenspionage zu schützen – sei es beim Geschäftstermin, im Hotelzimmer, bei der An- und Abreise oder im Konferenzraum.

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