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Afrikanische Schweinepest sorgt für Unruhe

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Afrikanische Schweinepest im Baltikum, in Belgien, Bulgarien, Moldawien, Polen, Rumänien, Tschechien, Ungarn und Ukraine in 2018, Stand 23.10.2018
Die Seuche rückt aus dem Osten nach Westen: Die Afrikanische Schweinepest im Baltikum, in Belgien, Bulgarien, Moldawien, Polen, Rumänien, Tschechien, Ungarn und Ukraine in 2018, Stand 23.10.2018 (Karte: FLI)

Die Afrikanische Schweinepest ist aus Richtung Osteuropa auf dem Vormarsch. Für Menschen ist sie relativ ungefährlich. Aber bei einem Ausbruch unter Haus- und Wildschweinen endet sie meist tödlich. Dann droht auch ein enormer wirtschaftlicher Schaden. Konsumenten können dabei helfen, einen Ausbruch der Seuche in Deutschland zu verhindern. Deshalb seien „Reisende dabei in der Verantwortung“, meint die deutsche Bundesregierung in Berlin.

Viele Menschen nutzen die Herbstferien für Reisen und Ausflüge in die Nachbarländer. Jedoch „Sorgfalt ist geboten“, so der Warnhinweis auf der Regierungswebsite: Denn bei den östlichen Nachbarn Polen und Tschechien sowie in den baltischen Staaten sowie in den osteuropäischen Ländern Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und in der Ukraine gibt es bereits Fälle der„Afrikanischen Schweinepest (ASP). Im September ist die hochgefährlich Seuche sogar erstmalig in Belgien aufgetaucht.

„Die Seuche kann täglich auch bei uns ausbrechen“, sagt Brandenburgs leitender Tierarzt, Stephan Nickisch gegenüber der Berliner Morgenpost. Unaufhaltsam rücke sie Richtung Westen vor. Die ersten Fälle haben die Landesregierung in Potsdam nun bewogen, den Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest und das Notfall-Szenario deutlich auszubauen.

Afrikanische Schweinepest: Wie richtig verhalten?

Die Schweinepest wird über den direkten Kontakt zwischen infizierten und nicht infizierten Tieren übertragen. Doch auch Menschen können indirekt zum Überträger werden – indem sie beispielsweise Speisereste mit belasteten Schweinefleischerzeugnissen wegwerfen. Das Virus ist sehr widerstandsfähig und überlebt in frischem, gefrorenem, gepökeltem und geräuchertem Fleisch sowie in Wurstwaren.

Fressen Wildschweine die Abfälle, können sie sich darüber mit dem Virus infizieren und auf Hausschweine übertragen. Aber auch Virusreste an Schuhen und Fahrzeugen können zur Verbreitung der Seuche führen.

Deshalb müssen sich Geschäftsreisende, Touristen, Fernkraftfahrer und Jäger, die aus einem von der ASP betroffenen EU-Mitgliedsstaat nach Deutschland einreisen, umsichtig verhalten. Mitgebrachte Wurstwaren, etwa auf Pausenbroten, dürfen nicht am Straßenrand weggeworfen werden.

Jagdreisende müssen besonders achtsam sein

Personen, die Jagdreisen in Gebiete, in denen die Afrikanische Schweinepest auftritt, anbieten oder selber dort jagen, bittet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) um größtmögliche Vorsicht und Mitwirkung.

Das Blut infizierter Tiere ist besonders ansteckend. Deshalb sollte die Verunreinigung von Jagdausrüstung, Jagdhunden, Kleidung, Schuhen, Gerätschaften und Fahrzeugen mit dem Blut von Schweinen vermieden werden. Alle Gegenstände, die Kontakt mit dem Schwarzwild, dessen Blut und anderen tierischen Körperflüssigkeiten hatten, sollten unverzüglich noch in der Region gereinigt und desinfiziert werden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium empfiehlt, nicht das eigene Auto für Fahrten ins Jagdrevier zu nutzen und dieses vor allem nicht für den Transport erlegter Tiere einzusetzen. Jäger, die das doch tun, müssen ihr Auto vor der Rückreise gründlich desinfizieren.

Jagdtrophäen und Schwarzwild-Produkte sollten aus betroffenen Gebieten nur mitgebracht werden, wenn sie gründlich gereinigt und desinfiziert wurden und das von der zuständigen Veterinärbehörde bestätigt wurde.

Vorsicht bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern

Reisende sollten wissen, dass das Mitbringen von Fleisch und Fleischerzeugnissen aus Nicht-EU-Ländern verboten ist. Proviantreste müssen vor der Wiedereinreise nach Deutschland vollständig verzehrt oder spätestens am Flugplatz oder am Grenzübergang für Wildschweine unzugänglich entsorgt werden.

Derzeit breitet sich die Afrikanische Schweinepest weiter aus. Nach aktuellen Zahlen des Friedrich-Löffler-Instituts sind von Januar bis Mitte Oktober dieses Jahres im Baltikum, in Bulgarien, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, der Ukraine und Belgien 4.236 Fälle bei Wildschweinen und 1.279 Fälle bei Hausschweinen gemeldet worden.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2017 gab es in den drei baltischen Staaten, in Polen, Tschechien, Rumänien und der Ukraine 3.892 Fälle bei Wildschweinen und 248 Fälle bei Hausschweinen.


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