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Reisewarnung: Zika-Virus breitet sich in Asien aus

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Das Zika-Virus greift nach Asien. Geschäftsreisende und Touristen sollten Reisehinweise der Gesundheitsbehörden beachten (Grafik: ECDC)
Das Zika-Virus greift nach Asien. Geschäftsreisende und Touristen sollten Reisehinweise der Gesundheitsbehörden beachten (Grafik: ECDC)

Das Zika-Virus greift nach Asien. Geschäftsreisende und Touristen sollten Reisehinweise der  Gesundheitsbehörden beachten (Grafik: ECDC)
Das Zika-Virus greift nach Asien. Geschäftsreisende und Touristen sollten deshalb die Reisehinweise der Gesundheitsbehörden beachten. Für eine größere Kartenansicht klicken Sie bitte auf das Bild (Karte: ECDC)
Nicht nur in Südamerika und in der Karibik, auch in Asien ist das Zika-Virus auf dem Vormarsch. Laut Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf wurden in Singapur seit dem ersten Auftreten Ende August knapp 360 lokale Fälle bestätigt.

In Singapur haben sich Ende August 2016 mehr als vierzig Menschen vor Ort mit dem Zika-Virus infiziert.

In Malaysia wurde Anfang September die erste lokale Infektion registriert. Inzwischen ist die Zahl der Fälle auf sechs gestiegen.

Auf den Philippinen ist das Zika-Virus angekommen. Mit 6. September 2016 meldete die örtliche Gesundheitsbehörde erstmals wieder eine lokal übertragene Zika-Virusinfektion. Auf der Insel Panay haben die Behörden seit Anfang des Monats drei lokale Erkrankungen bestätigt.

In Thailand wurden seit Anfang des Jahres rund 200 Erkrankungen gemeldet. Auch Bangkok ist mit 29 Infektionen betroffen, 22 allein im Bezirk Sathon im Süden der Hauptstadt. In den Vorjahren gab es in ganz Thailand im Schnitt fünf Fälle pro Jahr.

Weil das Zika-Virus Missbildungen bei Neugeborenen hervorrufen kann, rät das Auswärtige Amt Schwangeren von vermeidbaren Reisen in Zika-Ausbruchsgebiete ab.

Das Zika-Virus gehört zur Familie der Flaviviren und wurde erstmals 1947 aus einem Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda isoliert. 2013 und 2014 wurde von größeren Ausbrüchen in Französisch-Polynesien im Pazifik.

Im Jahr 2015 wurden erste Zika-Virus-Infektionen in Brasilien und in der Folge vor allem in Süd- und Mittelamerika, der Karibik, aber auch Ländern im Südpazifik und den Kapverdischen Inseln registriert.

In Brasilien wurden zwischen Oktober 2015 und Mai 2016 mehr als 1.600 Fälle von Mikrozephalie bestätigt. Zwischen 2001 und 2014 waren pro Jahr landesweit durchschnittlich nur 163 Fälle gemeldet worden.

Innerhalb von acht Monaten verzehnfachten sich somit die Fallzahlen gegenüber dem jährlichen Durchschnitt. Andere Länder (Kolumbien, Kapverden, Martinique, usw.) zeigen ebenfalls eine zunehmende Häufigkeit von Mikrozephalie als Folge einer Zikaepidemie.

Seit Juli 2016 wurden auch aus Florida (USA) lokal, durch Stechmücken übertragene Fälle gemeldet. Laut der lokalen Gesundheitsbehörde beschränken sich die bisher bekannten Fälle jedoch auf relativ kleine Gebiete in Miami-Dade Country (nördlich von Miami Downtown) namens Wynwood und Miami Beach.

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken übertragen, insbesondere durch die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), die in den Tropen und Subtropen beheimatet ist.

In Europa wurde diese Mücke bisher nur auf der portugiesischen Insel Madeira gefunden. Solange diese Mücke in Kontinentaleuropa nicht heimisch ist, ist eine Ausbreitung des Virus in Österreich sehr unwahrscheinlich.

Eine Übertragung innerhalb Europas kann aufgrund der in Europa (Mittelmeer-Raum) heimisch gewordenen Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), die derzeit als möglicher (wenngleich wenig potenter) Überträger in Verdacht steht, jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus ist auch nachweislich durch sexuellen Kontakt möglich. Ebenso besteht ein Risiko der Weitergabe des Virus über Bluttransfusionen und Blutprodukte.

Zika-Virus-RNA wurde inzwischen in Blut, Urin, Speichel, Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit, Menstrualblut und Muttermilch nachgewiesen. Es gibt allerdings bisher keine dokumentierten Übertragungen von Zika-Virus über Speichel, Urin und Muttermilch.

Die Infektionskrankheit geht mit Fieber begleitet von Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Entzündung der Augenbindehaut und Erbrechen einher. Die Akutsymptome treten drei bis zwölf Tage nach einem infektiösen Mückenstich auf und halten bis zu einer Woche an. Die Mehrheit der infizierten Menschen (bis zu 80 Prozent) zeigen jedoch keine Symptome. Mehr über Symptome, Diagnose, Empfehlungen für Reisende in betroffene Gebiete sowie für Rückkehrende und Risikoeinschätzung für Österreich finden Geschäftsreisende und Touristen auf der Webseite des Gesundheitsministeriums in Wien.