Start Reisetipps Für Georgier ist Europa ein Traumziel

Für Georgier ist Europa ein Traumziel

1392
1
TEILEN

Die Georgier nennen ihr Land den „Balkon Europas“. Die ehemalige Sowjet-republik ist ein Staat voller Widersprüche, ein eurasischer Staat an der Grenze zwischen Europa und Asien in Transkaukasien, östlich des Schwarzen Meeres und südlich des Großen Kaukasus gelegen. Im Norden wird Georgien von Russland, im Süden von der Türkei und Armenien, im Osten von Aserbaidschan begrenzt. Die Landesteile Abchasien und Südossetien sind abtrünnig und werden nur von Russland und einigen weiteren Staaten als souverän anerkannt.

Mit rund vier Millionen Einwohnern auf einer Fläche von 57.215 qkm (ohne die abtrünnigen Landesteile) ist Georgien eher dünn besiedelt. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadtregion um Tiflis, weitere große Städte sind Kutaissi, Batumi und Rustawi.

Georgien ist nach wie vor das Sehnsuchtsland der Russen. Nicht nur russische Dichter schwärmten einst von der lockeren Lebensart der Georgier. Heerscharen von Arbeitern durften zu Sowjetzeiten jedes Jahr an den Stränden oder in den Weinbergen Urlaub machen.

Seit dem Kaukasuskrieg 2008 hält Russland ein Fünftel des Gebiets besetzt, hat die Regionen Südossetien und Abchasien als unabhängige Staaten anerkannt und Marionettenregime eingesetzt.

Seit zehn Jahren strebt Georgien nach Europa. „Für uns Georgier heißt das Ziel Europa“, da sind sich praktisch alle einig. Georgien, sagen sie, sei schließlich der „Balkon Europas“.

Das Land hat die Demokratisierung vorangetrieben. Die Polizei galt früher als korrupt. Auf einen Schlag wurden 16.000 Polizisten entlassen. Heute helfen die neu eingestellten, meist jungen Polizisten den Bürgern.

Georgien sucht die Nähe zur EU. Wein- und Obstlieferanten möchten ihre Produkte auch auf europäischen Märkten anbieten. Zunehmend setzt das Land auf den Tourismus. Heute zieht es meist Türken, Armenier, Aserbaidschaner und Rucksacktouristen aus aller Welt in dieses Land, das nicht größer als Bayern ist.

Wie kaum eine andere, steht die Stadt Batumi am Schwarzen Meer für den Aufschwung und die Weltoffenheit des Landes. Zu Sowjetzeiten machten hier Heerscharen russischer Familien Urlaub und wanderten in den berühmten georgischen Weinbergen.

Inzwischen ist die EU-Euphorie bei vielen Georgiern einer Ernüchterung gewichen. Eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union scheint vorerst in weite Ferne gerückt zu sein. Manch einer hegt gar die Sorge, dass sich ein Konflikt wie in der Ukraine auch in Georgien wiederholen könnte.