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Verrechnen Airlines Zusatzgebühren über Gebühr?

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Immer mehr Fluggesellschaften verlangen bereits für jedes Gepäckstück und andere Serviceleistungen beachtliche Gebühren. Wie sollen Unternehmen, Travel Manager und Geschäftsreisende dem Problem der kostenpflichtigen Zusatzleistungen der Airlines begegnen? Eine Frage und vier Antworten von Travelprofis.

Hanno Kirsch, Geschäftsführer von AirPlus Austria: Das ist ein ganz aktuelles und heiß diskutiertes Thema. Travel Manager und Geschäftsreisebüro sind strikt gegen das sogenannte Unbundle, sprich Auseinanderreißen von Reiseleistungen, die eigentlich zusammengehören. In Nordamerika wird das Verrechnen von Extragebühren unter dem Titel Ancilllary Fees schon sehr intensiv praktiziert. Das Ergebnis aus Sicht der Geschäftskunden ist ein hohes Maß an Intransparenz. Außerdem werden die Prozesse dadurch wieder komplexer und damit aufwändiger. Es bleibt nur zu hoffen, dass die europäischen Airlines nicht den gleichen Weg einschlagen sondern stärker auf die Interessen des Travel Managements eingehen. Die Austrian Business Travel Association/abta und der Österreichische Reiseverband/ÖRV vertreten diese Position sehr nachdrücklich gegenüber den Airlines.

Hannes Schwarz, Geschäftsführer von FCm Travel Solutions: Die vielfältigen Zusatzleistungen, die vermehrt von den Airlines eingeführt werden, führen dazu, dass die Unternehmen die Reiserichtlinien anpassen müssen. Es gilt zu klären welcher Mitarbeiter welche Leistung auf Kosten der Firmen in Anspruch nehmen darf, wie, wann und von wem sie gebucht, und wie sie abgerechnet wird. Grundsätzlich empfehlen wir den Unternehmen die Richtlinie so einfach wie möglich zu gestalten, da sonst die Verwaltung und Kontrolle sehr aufwendig werden kann. Des Weiteren raten wir den Unternehmen, bei den Verhandlungen die Zusatzleistungen miteinzubeziehen. Einerseits, um die Tarife richtig zu vergleichen, und anderseits, um die Raten besser zu verhandeln.

Robert Rieb, Head of Client Management bei HRG Austria: Auch wenn die angesprochene Reduktion der augenscheinlichste Einschnitt ist, darf man die Branche nicht darauf beschränken. Während einige Airlines aufgrund des Kostendrucks Leistungen reduzieren, nutzen andere Airlines das Thema auch, um sich mit einem erweiterten Angebot zu profilieren. Dazu kommen zusätzliche Buchungsklassen und neue Angebote. Übrig bleibt ein für Verbraucher undurchsichtiger Tarif- und Angebotsdschungel. Hier erfordert es das Know-how eines spezialisierten Partners, der die Reiseplanung entsprechend der jeweiligen Kundenbedürfnisse professionell und schnell umsetzt.

Thomas Willingshofer, Geschäftsführer bei BCD Travel Austria: Die Art und der Umfang der Ancilllary Fees sollten genau beobachtet werden. Gebühren für Gepäck, sind in vielen Fällen notwendig, können jedoch gegebenenfalls durch entsprechende Firmenvereinbarungen reduziert werden oder gar entfallen. BCD Travel steht hier seinen Kunden mit den entsprechenden Marktkenntnissen zur Verfügung.

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