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Bleisure Work statt Homeoffice in der Kälte?

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Statt im Homeoffice zu sitzen, wünschen sich Arbeitnehmer Bleisure Work in der Sonne (Foto: Engin Akyurt, Pixabay)
Statt Homeoffice wünschen viele Arbeitnehmer Bleisure Work in der Sonne (Foto: Engin Akyurt, Pixabay)

Homeoffice in der Kälte oder doch lieber Bleisure Work in der Sonne? Job und Privatleben vermischen sich durch Corona immer mehr – auch auf Geschäftsreisen oder beim Arbeiten im Ausland. Wenn sie schon im Homeoffice sitzen und womöglich Kurzarbeit leisten, wollen sich viele Beschäftigte zumindest etwas gönnen und an einem schönen Ort arbeiten. Arbeitgeber können mit einer flexiblen Wahl des Arbeitsortes der Belegschaft „Danke“ sagen für deren Unterstützung in der Corona-Zeit.

Denn auf Reisen Nützliches mit Angenehmem zu verbinden, lag schon lange im Trend: Sieben von zehn Angestellten haben schon mal Berufliches (Business) und Privates (Leisure) zu einem sogenannten Bleisure-Trip verbunden.

Das ist ein Ergebnis der Studie „Chefsache Business Travel 2020“, einer Initiative von Travel Management Companies im Deutschen Reiseverband (DRV). Bleisure Work könnte sich zu einem neuen Trend in der Arbeitswelt entwickeln.

Zuerst wurden Selbstständige und Startups auf Bleisure Work aufmerksam, mit andauernder Pandemie fragen sich jedoch immer mehr Arbeitnehmer, warum sie ihren Laptop weiterhin im kalten Deutschland aufschlagen sollten.

„Das Homeoffice erlebt durch die Pandemie einen großen Schub und schafft neue Möglichkeiten, die Arbeit am Küchentisch mit einem Blick auf Strand, See oder die Berge zu kombinieren. In Bleisure Work statt Bleisure Travel sehen wir als starken neuen Trend, besonders bei jüngeren Arbeitnehmern,“ sagt Andreas Neumann, Geschäftsführer der DERPART Reisevertrieb GmbH.

Arbeitgeber kostet das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter nicht zwingend Geld, nur einige organisatorische Anpassungen. „Die Voraussetzung für Bleisure Work ist, dass Geschäftsreisende die zusätzlichen Kosten selbst tragen“, sagt Neumann. „Darüber hinaus ist es wichtig, dass Firmen die Rahmenbedingungen durch Reiserichtlinien vorgeben. Darin sollte zum Beispiel geregelt sein, wie lange Mitarbeiter ihre Geschäftsreise verlängern und ob sie im Ausland arbeiten dürfen – oder ob sie dann über die Firma versichert sind.“

Bleisure Work: Arbeiten, wo sich andere erholen

Schon vor Corona haben Mitarbeiter gerne bei der Dienstreise die Arbeit mit einer schönen Umgebung verbunden. 57 Prozent verlängerten ihre Geschäftsreise laut Studie, um eine neue Stadt oder Umgebung kennenzulernen.

Wie Geschäftsreisende Bleisure Work nutzen möchten (Grafik: SAP Concur)
Wie Businessreisende Bleisure Work nutzen möchten (SAP)

Besonders populär ist dieses Bleisure Travel bei Geschäftsführern. Neun von zehn CEOs haben die Möglichkeit bereits genutzt, aber nur fünf von zehn Führungs- und Fachkräften. Auch Mitarbeiter unter 40 Jahren verlängern häufig Geschäftsreisen aus privaten Gründen.

Während 84 Prozent von ihnen das bereits getan haben, gilt das lediglich für 58 Prozent der über 40-Jährigen. Und jetzt wollen die Arbeitnehmer gleich im Ausland bleiben und von dort weiterarbeiten. Einige Karibikinseln haben schon reagiert und bieten kostenlose Arbeitsvisa an.

„Homeoffice im Ausland, ein Traum von zahlreichen Menschen. Viele Länder bieten schon jetzt kostenlose Arbeitsvisa für fleißige Reisende an. Doch was ist zu beachten und wo liegen die Fallstricke? Unsere Experten können dazu beraten und hilfreiche Tipps geben,“ erklärt Neumann von DERPART.

Macht das Co-Working Bürotürme überflüssig?

Neben dem Arbeiten im Ausland nutzen auch immer mehr Angestellte die Angebote von Co-Working-Spaces. 49 Prozent der Befragten der Studie „Chefsache Business Travel 2020“ haben bereits fremde, externe Büros genutzt und 29 Prozent würden so ein Angebot annehmen.

Co-Working findet damit eine größere Akzeptanz als Airbnb oder Carsharing. 60 Prozent wollen in der Zukunft ein Gemeinschaftsbüro nutzen. Es sind vor allem die Männer und die 18 bis 39-Jährigen, die so ein Angebot gut finden.

„Die Geschäftsreise ohne Übernachtung wird immer wichtiger. Mitarbeiter im Homeoffice suchen einen ruhigen Platz zum Arbeiten und nutzen dafür Hotels oder Co-Working-Spaces. Auch hier können Geschäftsreisebüros helfen“, sagt Neumann.

Die Studie „Chefsache Business Travel 2020“ wurde im Januar 2020 vom Marktforschungsinstitut mo’web im Auftrag des Deutschen Reiseverbands (DRV) durchgeführt. 100 Geschäftsführer, die selbst regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie 100 geschäftsreisende Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern nahmen an der Online-Befragung teil.

Auf Geschäftsreisen setzen Unternehmen ihre wichtigste Ressource ein: den hochqualifizierten Mitarbeiter. Knapp 90 Prozent schicken ihre Mitarbeiter mit dem Ziel auf Reisen, Geschäftsabschlüsse unter Dach und Fach zu bringen oder zumindest vorzubereiten.

Zeit ist Geld: Oft gerät die Produktivität von Geschäftsreisenden unter die Räder, weil das Travel Management nicht effizient genug ist (Foto: Gerd Altmann, Pixabay)
Zeit ist Geld: Oft gerät die Produktivität von Geschäftsreisenden unter die Räder, weil das firmeninterne Travel Management nicht effizient genug arbeitet. Dann wird’s teuer für Unternehmen (Foto: Gerd Altmann, Pixabay)
Der effizienten Gestaltung von Geschäftsreisen im Unternehmen misst die Chefetage jedoch trotzdem oft keine strategische Bedeutung zu. Dabei wird diese Aufgabe immer komplexer. Nicht nur Kosten, sondern auch andere Kriterien wie zum Beispiel Nachhaltigkeit oder Sicherheit gilt es zu beachten.

Ziel der Initiative von Travel Management Companies im DRV ist es, Geschäftsreisen als strategisches Managementthema zu verankern und den Nutzen eines professionellen Geschäftsreisemanagements in Zusammenarbeit mit den Geschäftsreisebüros auf Entscheider-Ebene besser bekannt zu machen.

Die Kampagne Chefsache Business Travel wird von den Travel Management Companies American Express GBT, BCD Travel, DERPART Travel Service, Egencia, FIRST Business Travel und dem DRV getragen.


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