Start Business Steht Geschäftsreise-Branche vorm Kollaps?

Steht Geschäftsreise-Branche vorm Kollaps?

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Die Geschäftsreise-Branche befindet sich im Sturzflug. Das belegen neue Zahlen (Foto: Oleg Gamulinskiy, Pixabay)
Die Geschäftsreise-Branche befindet sich im Sturzflug. Das belegen neue Zahlen (Foto: Oleg Gamulinskiy, Pixabay)

Dramatische Rückgänge verzeichnet die Geschäftsreise-Branche in Österreich. Die Zahl der geschäftlich bedingten Flugreisen sank um 74 Prozent. Geschäftsreisen insgesamt, zu dem auch Autofahrten gehören, gingen um 40 Prozent zurück. Für den Sommer erwarten Reiseexperten steigende Ticketpreise.

Diese Zahlen veröffentlichte die Austrian Business Travel Association (abta) nach einer aktuellen Analyse, zu der Daten der Statistik Austria und der führenden Travel Management Companies herangezogen wurden. abta-Präsident Andreas Gruber: „Der Einbruch des Geschäftsreisemarktes im Jahr 2020 ist beispiellos.“

Praktisch von einer Woche auf die andere waren Geschäftsreisen nur noch in Ausnahmefällen möglich geworden. Den betroffenen Unternehmen im Reisemarkt, also Fluggesellschaften, Travel Management Companies, Hotels u.a., wurde die Geschäftsgrundlage entzogen. Anders als in der Industrie, die nach dem ersten Lockdown wieder zu einer wirtschaftlichen Erholung ansetzte, verschärfte sich im Geschäftsreisemarkt gegen Ende des Jahres 2020 die Krise nochmals.

Geschäftsreise-Branche fährt im Rückwärtsgang

Die führenden österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten zum Jahresende 2020 einen Rückgang der wirtschaftlichen Tätigkeit (Bruttoinlandsprodukt) zwischen 7,5 und 7,3 Prozent. Die Statistik Austria weist dagegen für die beiden Krisenquartale April bis September einen Rückgang der Geschäftsreisen von 40,5 Prozent aus.

Für das Gesamtjahr ergibt sich, wenn man das Vorkrisen-Quartal und das geschätzte Reisevolumen im 4. Quartal einbezieht, ein Rückgang von 40,2 Prozent. Die Reisewirtschaft ist damit in einem weit überdurchschnittlichen Maß von der Corona-Krise betroffen.

Flugreisen und Flugpreise auf steilem Sturzflug

Anders als Airlines, die keine genauen Angaben über den Rückgang der Geschäftsreisen machen können (Stichwort: „Tickets haben kein Mascherl“) kann die abta durch die Zusammenarbeit mit den in Österreich führenden Travel Management Companies (auf Geschäftsreisen spezialisierte Reisebüros), recht genau den Abwärtstrend belegen. Danach ist im vierten Quartal 2020 die Zahl der ausgestellten Flugtickets um 87,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 gesunken.

Auf das Gesamtjahr bezogen, beträgt der Rückgang 74 Prozent. Hier spielt allerdings das noch fast normale 1. Quartal 2020 hinein.

Der durchschnittliche Ticketpreis bei Geschäftsreisen betrug im Gesamtjahr 2019 655 Euro. In den Quartalen 1-3 2020 sank dieser Wert auf 575 Euro. Der Rückgang des durchschnittlichen Ticketpreises beträgt damit 12,1 Prozent. Wenn man die Entwicklung der Ticketkosten nach großen Verkehrsgebieten aufschlüsselt, ergibt sich ein bemerkenswerter Unterschied: Im Europa-Verkehr sind die durchschnittlichen Ticketkosten um 22,4 Prozent gesunken.

Im Interkont-Verkehr ist es den Airlines offensichtlich gelungen, den Durchschnittspreis mit 1.431 Euro gegenüber dem Wert von 2019 leicht zu erhöhen. Airlines und Travel Management Companies sind von der Corona-Krise damit doppelt getroffen: Die deutlich geringere Zahl von Tickets (-74 Prozent) konnte nur zu geringeren Durchschnittspreisen (-12 Prozent) verkauft werden.

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