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Luftfahrtbranche kämpft ums Überleben

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Die Luftfahrtbranche steckt in einer schweren Krise: Welche Airlines wird überleben? (Foto: Thomas Fengler, Pixabay)
Luftfahrtbranche in einer schweren Krise: Welche Airline wird überleben? (Foto: Thomas Fengler, Pixabay)

Der globalen Luftfahrt droht eine Massenarbeitslosigkeit: Die Luftfahrtbranche fürchtet, dass wegen der katastrophalen Folgen der Corona-Virus-Pandemie 25 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen und fordert Regierungen in aller Welt zu Finanzhilfen auf.

Laut dem Weltluftfahrt-Verband IATA hängt weltweit der Lebensunterhalt von 65,5 Millionen Menschen von Fluggesellschaften ab, der Großteil davon in benachbarten Branchen wie dem Tourismus.

Sollten die strengen Reisebeschränkungen drei Monate lang anhalten, so sieht die IATA mehr als ein Drittel dieser Arbeitsplätze in Gefahr, darunter 11,2 Millionen in der Region Asien-Pazifik. Europa wäre mit 5,6 Millionen bedrohter Jobs in der Luftfahrtbranche am zweitstärksten betroffen.

Dabei geht die IATA davon aus, dass die Einnahmen der Luftfahrtbranche im Passagiergeschäft 2020 weltweit rund 44 Prozent geringer ausfallen als 2019. Im zweiten Quartal dürfte die Nachfrage sogar um bis zu 70 Prozent zurückgehen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht die Krise seiner Branche mit großer Sorge: „Die Welt wird nach der Krise eine andere sein, und das gilt in besonderem Maße für die Luftfahrt.“

Niemand weiß, welche Airlines nach möglicherweise ein paar Monaten Zwangspause überhaupt noch existieren werden. Die Branche rechnet bisher, bei drei Monaten schwerwiegender Unterbrechungen des üblichen Luftverkehrs, mit Einnahmeverlusten von weltweit 252 Milliarden US-Dollar, davon 76 Milliarden allein in Europa, und fordert dringende Staatshilfen.

„Im Durchschnitt können Fluggesellschaften das zwei Monate durchhalten“, heißt es beim Linienluftfahrt-Verband IATA in Genf, „manche viel kürzer.“

Für rund 30 größere Airlines gelten weltweit als Wackelkandidaten, die schon vor der Corona-Krise akut gefährdet waren. „Das Risiko ist, dass diesen Airlines schon das Geld ausgeht, bevor der Aufschwung kommt. Selbst am Ende dieses Jahres werden wir nicht wieder dort sein, wo wir waren“, sagt IATA-Chefökonom Brian Pearce.

Nach einem Gewinn der globalen Flugbranche von sieben Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2019 erwartet die IATA für das gleiche Quartal in 2020 einen Gesamtverlust von 39 Milliarden US-Dollar weltweit.


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