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Junge Businessreisende im Brennpunkt

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Junge Businessreisende im Focus der Branche
Junge Businessreisende im Focus der Branche: Was will die neue Generation? (Foto: Nastaya Gepp, Pixabay)

Was wollen junge Businessreisende? „The Future of Business Travel“ lautete das Thema des beliebten Arcotel Branchentreffs im Arcotel Kaiserwasser. Mehr als 50 Vertreter von Politik und Hotellerie sowie Führungskräfte aus Tourismus trafen sich, um über Anforderungen der jungen Generation an Geschäftsreisen und die Trends in der Branche zu diskutieren.

Branchen-Talk über die Zukunft der Geschäftsreise im Arcotel Kaiserwasser (Foto: Gabriel Alarcon)
Branchen-Talk über die Zukunft der Geschäftsreise im Arcotel Kaiserwasser (Foto: Gabriel Alarcon)
Auf dem Podium saßen Christian Cohrs, Redaktionsleiter des Magazins Business Punk aus Berlin, Mag. Dr. Susanne Baumann-Söllner, Vorständin für Kongressmanagement und Sprecherin des Vorstands des Austria Center Vienna, Peter Tolinger, Geschäftsführer Verkehrsbüro Business Travel GmbH und Mitglied des erweiterten Vorstands der Austrian Business Travel Association, sowie Martin Lachout, Vorstand der Arcotel Hotel AG. Moderiert wurde die Diskussion von Messe & Event-Chefredakteur Christoph Berndl. Initiatorin des Branchentreffs ist Dr. Renate Wimmer, Eigentümer der Hotel-Unternehmensgruppe.

Junge Businessreisende treffen ihre Entscheidung

Trends in der Branche hätten ihren Ursprung häufig in den USA, das gelte auch für den Geschäftsreisemarkt, stieg Peter Tolinger in die Diskussion ein und nannte Konzepte wie „Door-to-Door“ oder „Bleisure“.

Für ihn der wichtigste Trend: „Der Geschäftsreisende selbst trifft die Entscheidung, das ist die wichtigste Entwicklung auf die wir uns einstellen müssen.“ Es komme bei den Geschäftsreisenden nicht nur die nächste Generation nach, sondern insgesamt seien Geschäftsreisende immer jünger, meinte er.

„Früher haben wir als Reisebüro uns über den Verkauf von Flugscheinen definiert, heute ist das Rahmenprogramm mit dabei.“ Das Konzept der Verbindung von Geschäftsreisen und privatem Programm, „Bleisure – Business & Leisure“, biete ein enormes Potenzial, sei aber prozesstechnisch eine Herausforderung: „Hier müssen noch Themen wie beispielsweise Datenschutz und Sachbezug geklärt werden.“

Kostenreduktionen sind aus seiner Sicht möglich, zum Beispiel durch die strukturierte Aufbereitung von Informationen und damit besseren Vergleichsmöglichkeiten oder eine erhöhte Transparenz über die Aktivitäten des Buchenden beim Nutzen von Systemen.

Tolinger über das Buchungsverhalten: „Einfache Reisen werden im Internet gebucht, komplexe Reisen über Reisebüros.“ Aber auch Unternehmen werde immer stärker ihre Fürsorgepflicht bewusst und diese „duty of care“ führe auch zum Buchen über Reisebüros.

Reisebüros würden jetzt mehr auf den Gast insgesamt achten und nicht mehr nur auf den Fluggast. Auf die Tatsache, dass immer mehr Entscheidungen vom Reisenden selbst getroffen werden, reagierten Reisebüros mit Apps.

Persönliche Treffen wichtiger als Videoconferencing

Aus Berlin angereist war Christian Cohrs, Redaktionsleiter des Magazins „Business Punk“. „Als Business-Lifestyle-Magazin schreiben wir über Arbeit und Leute, die ihr Ding machen. Wir bilden Gründer ab, die sich reinhängen, aber auch Spaß haben wollen.“

Er bestätigte, dass 95 Prozent der jungen Reisenden es als Bonus sehen, wenn sie häufig auf Geschäftsreise gehen können. Für ihn ein wichtiger Trend: „Für junge Businessreisende hat ein persönliches Treffen einen deutlich höheren Wert als Videoconferencing.“

Auch eine Infrastruktur zum Arbeiten sei wichtig und er schlug vor, dass Hotels in der Lobby mit Arbeitsflächen experimentieren und Co-Working anbieten. Man wolle nicht alleine im Hotelzimmer arbeiten, sondern auch andere Menschen kennenlernen.

Cohrs: „So, wie es sich durchgesetzt hat, dass ein Hotel eine gute Bar braucht, so sollte auch der gute Co-Working-Space im Angebot sein.“

Viele Hotels und Destinationen nutzten Social Media für ihr Marketing, am Ende sei die persönliche Empfehlung vor Ort aber doch noch wichtiger als die eher zufällig entdeckte Location auf Instagram, meinte Christian Cohrs.

Hotelbranche entdeckt junge Businessreisende

„Junge Geschäftsreisende sind eine sehr interessante Zielgruppe, denn sie wollen etwas erleben und sind auch bereit dafür Geld auszugeben, beispielsweise in der Gastronomie“, sagte er. Hier können sich Unternehmen also fragen, wie sie Upgrades gestalten können.