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Tunesien wieder im Focus der Terroristen

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Das beliebte Reiseland Tunesien kommt nicht zur Ruhe: Erneut wurde das Land zum Ziel von IS-Terroristen. Bei zwei Bombenanschlägen am 27. Juni auf die Polizei und die Nationalgarde in der Hauptstadt Tunis wurden mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt. Die Explosionen ereigneten sich unweit der Altstadt nahe der französischen Botschaft. Laut tunesischen Sicherheitsbehörden besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge.

Tunesiens Regierungschef Youssef Chahed erklärte, dass sich die Anschläge mitten in der Urlaubssaison im stark vom Tourismus abhängigen Tunesien ereigneten.

„Es war eine feige Operation von Terroristen, um Tunesien, die Wirtschaft und den demokratischen Wandel zu destabilisieren“, sagte Chahed. Der „Krieg“ gegen solche Extremisten sei für Tunesien „eine Frage von Leben und Tod“.

Letztes Jahr hielten sich rund 8,3 Millionen ausländischen Besucher in Tunesien auf gegenüber 7 Millionen im Jahr 2017. Für das laufende Jahr 2019 rechnet das Tourismusministerium mit 9 Millionen Touristen.

Nach den neuesten Statistiken des Ministeriums für Tourismus und Kunsthandwerk erreichten die Einnahmen aus dem Tourismus zum 10. Mai 2019 einen Stand von 1,2 Milliarden Dinar. Dies entspricht einem Anstieg von 37,7 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2018, berichtet das Online-Portal Tunesienexplorer.

In Euro liegen die Einnahmen aus dem Tourismus demnach für das erste Quartal 2019 in der Größenordnung von 411,6 Millionen Euro, was einem Anstieg von mehr als 10,6% gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres 2018 entspricht. Auf den US-Dollar gerechnet stiegen die Einnahmen um 19,4% auf 363,5 Mio Dollar an.

Tunesien ist eines der wenigen Länder, in dem im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 ein demokratischer Wandel gelang. Seit dem politischen Umbruch wurden in dem nordafrikanischen Land allerdings dutzende Menschen bei Anschlägen getötet. Die meisten Opfer waren Touristen oder Sicherheitskräfte.

Tunesien: Ausblick von Sidi Bot Saïd aufs Mittelmeer
Das Urlaubsland Tunesien bietet ganzjährig für jeden Urlaubstyp viel Erholung um wenig Geld (Foto: Alex Sky)

Bereits bei früheren terroristischen Anschlägen waren ausländische Reisende unter den Opfern – so im März 2015 vor dem Bardo-Museum in Tunis und im Juni 2015 auf ein Strandhotel in Sousse. Zuletzt wurden am 29. Oktober 2018 in der Avenue Habib Bourguiba in der Innenstadt von Tunis bei einem Anschlag mehrere Personen verletzt.

Saisonbedingt haben die tunesischen Sicherheitskräfte ihre Präsenz in den Touristengebieten verstärkt. Das tunesische Innenministerium hat die Zahl der Beamten der Touristenpolizei erheblich aufgestockt sowie mobile Sicherheitsposten eingerichtet, die in den Sommermonaten an touristischen Anlaufpunkten, Stränden und öffentlichen Plätzen im Einsatz sind.

Was Tunesien-Reisende jetzt beachten sollten

Der seit Ende 2015 verhängte Ausnahmezustand wurde mehrfach verlängert und gilt landesweit fort. Mit vermehrten Polizeikontrollen ist weiterhin zu rechnen.

Touristen und anderen Reisenden wird grundsätzlich empfohlen, sich über die aktuellen Reisehinweise auf der Webseite des Auswärtigen Amtes und des österreichischen Außenministeriums zur Lageentwicklung informiert zu halten.

Generell sollten Reisende Menschenansammlungen, auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen, sowie z.B. im Rahmen der Freitagsgebete um die Moscheen, meiden und die Anweisungen der Sicherheitskräfte befolgen.

Von Reisen in die Gebirgsregionen nahe der algerischen Grenze, im Bereich von El Aioun bis Kasserine, ist aufgrund von möglichen bewaffneten Auseinandersetzungen mit dort operierenden Terrorgruppen abzuraten. Im Westen des Landes ist jenseits der Hauptverkehrsrouten generell besondere Vorsicht empfohlen.

Aufgrund der weiterhin angespannten Lage, wird bei Reisen in die Stadt und die Region um Ben Guerdane zu besonderer Vorsicht geraten. Mit verstärkter Militär- und Polizeipräsenz in diesen Regionen ist zu rechnen.


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