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Kenia kämpft gegen den Elfenbeinschmuggel

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Elefanten im Amboseli Nationalpark
Im Amboseli Nationalpark im Süden von Kenia am Fuße des schneebedeckten Kilimanjaro zieht eine Elefantenherde durch die Landschaft (Foto: Amoghavarsha, Wiki Commons)
Das Tourismusland Kenia kämpft verbissen gegen den Handel und Schmuggel mit Elfenbein: Anfang März 2015 setzte Kenias Staatspräsident Uhuru Kenyatta am Rande des Nairobi Nationalparks insgesamt 15 Tonnen beschlagnahmten Elfenbeins in Brand. An gleicher Stelle ließ schon 1989 Kenia damaliger Staatspräsident Daniel arap Moi 12 Tonnen Elfenbein verbrennen.

Die symbolträchtige Aktion und die damalige mediale Berichterstattung in aller Welt trugen zum 1990 beschlossenen internationalen Elfenbeinhandelsverbots bei. Auch Mois Nachfolger Mwai Kibaki folgte dem Beispiel und setzte 2011 insgesamt 5 Tonnen Elfenbein in Flammen.

Kenias Strategien im Umgang mit beschlagnahmten Elfenbein stehen damit im Gegensatz zu denen anderer afrikanischer, aber auch nicht-afrikanischer Staaten. Diese versprechen sich vom legalen, kontrollierten Verkauf beschlagnahmten Elfenbeins hohe Einnahmen.

Gleichzeitig müssen sie sich der Kritik aussetzen, unfreiwillig den Markt für Elfenbein anzukurbeln. Bis Ende 2015 sollen laut Kenias staatlicher Wildschutzorganisation Kenya Wildlife Service (KWS), sämtliche in Kenia gelagerten Bestände illegalen Elfenbeins vernichtet werden.

Laut einer Pressemitteilung des International Fund for Animal Welfare (IFAW) werden jährlich afrikaweit rund 35.000 Elefanten gewildert, was 2013 insgesamt 41,5 Tonnen Elfenbein auf den Markt brachte.

Kenia ist mit, laut offiziellen Zahlen des KWS, insgesamt 164 im Jahr 2014 gewilderten Elefanten dank entsprechender Maßnahmen des KWS und verschiedener Nichtregierungsorganisationen und kommunaler Initiativen deutlich weniger betroffen als andere afrikanische Staaten.

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Kampf gegen den Elfenbeinschmuggel (Foto: IFAW, D. Willetts)
Der maßgeblich durch Nationalparkeintrittsgebühren finanzierte KWS verwaltet über 30 staatliche Nationalparks- und Reservate und ist gleichzeitig auch für Tier- und Naturschutz außerhalb ausgewiesener Schutzgebiete zuständig. Die in einigen wenigen vielbesuchten Nationalparks erzielten Einnahmen kommen damit auch Maßnahmen für Naturschutzmaßnahmen in touristisch kaum oder nicht erschlossenen Regionen zugute.

Ein Beispiel für Nicht-Regierungsorganisationen, die sich gegen Wilderei in Kenia engagieren, ist die Big Life Foundation, die in Kenias südlichem Maasailand in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Kommunen, touristischen Partnern und dem KWS eine Fläche von rund 425.000 Hektar außerhalb staatlicher Nationalparks betreut und insgesamt 280 Ranger beschäftigt.

2014 verlor die Big Life Foundation nur vier Elefanten an Wilderer – und in allen Fällen konnten die Stoßzähne sichergestellt werden.

Dennoch stellt die Wilderei auch für Kenias Elefantenbestände eine erhebliche Bedrohung dar. Aufgrund regional bedeutender Flug- und Seehäfen verlaufen darüber hinaus wichtige Schmugglerrouten durch Kenia, so dass der KWS 2014 fünf Tonnen Elfenbein konfiszieren konnte.

Auch die Strafen für Wilderei und Handel mit Elfenbein wurden in Kenia verschärft. Das härteste 2014 in Kenia gegen einen Schmuggler erlassene Urteil lautete neun Jahre Haft oder eine Geldstrafe von umgerechnet über 200.000 €.

Der Ende Februar 2015 getroffene Beschluss der chinesischen Regierung, zumindest erst einmal für ein Jahr, den Import von Elfenbein komplett zu verbieten, wertet man auch in Kenia als einen weiteren Hoffnungsschimmer für den Fortbestand von Afrikas Elefantenpopulationen.

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