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Wer ist der muslimische Reisende?

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Eine neue Studie von Amadeus geht der Frage nach: Wer ist der muslimische Reisende? (Foto: J. Peter, Pixabay)
Eine neue Studie von Amadeus geht der Frage nach: Wer ist der muslimische Reisende? (Foto: J. Peter, Pixabay)

Im Jahr 2020 werden mehr als 150 Millionen Muslime verreisen und dabei 200 Milliarden US-Dollar ausgeben. So lautet die Hochrechnung der neuen Studie „Halal Travel 2016“. Halal bedeutet soviel wie „nach islamischem Recht zulässig“. Die Studie wurde von der britischen Unternehmensberatung Context Consulting im Auftrag von Amadeus erstellt und auf dem Arabian Travel Market in Dubai präsentiert. Die aktuelle Studie zeigt die gegenwärtigen Bedürfnisse und die Erwartungen dieser oft in Europa unterschätzten Zielgruppe, deren Bedeutung aber weltweit beständig wächst, und skizziert die nächsten Schritte für die Reisebranche, um dieses Segment anzusprechen.

Die Amadeus Studie konzentriert sich auf drei wichtige Urlaubsthemen: Kulturelle Erfahrungen, Anforderungen an die Unterkunft und bevorzugte Urlaubsaktivitäten. Hier die Ergebnisse im Detail:

Halal-Reisende wollen eine „kulturelle Rendite“

  • Halal-Reisende nehmen es mit der Urlaubsplanung oft sehr genau.
  • Frauen haben großen Einfluss auf die Urlaubsgestaltung.
  • Für komplexe Reisen neigen Reisende dazu, Reisebüros zu nutzen.
  • Halal-Reisende mögen Pauschalreisen, halten sie aber oft für zu einfach und für unflexibel.
  • Muslimische Reisende wollen halal übernachten!

  • Apartments oder Kettenhotels werden bevorzugt.
  • Viele Hotels erfüllen gegenwärtig noch nicht die Anforderungen für Gebet und Essen.
  • Hotels und Resorts sind aufgefordert, „kulturell abgestimmten Komfort“ zu bieten.
  • Frauen haben Schwierigkeiten, für sie passende Hotels zu finden.
  • Urlaubsziel muss familienfreundlich sein

  • Halal-Reisende haben spezifische Anforderungen an Tätigkeiten und Ausflüge. Das betrifft Beförderung, Gebetsstätten und das Essen.
  • Die begrenzten Möglichkeiten, auswärts zu essen, sind für Halal-Reisende ein Problem. Sie wünschen Alternativen, beispielsweise besonders hochwertige oder Gourmet-Restaurants. Andere möchten die lokale Küche in einer Halal-Variante erleben.
  • Halal-Reisende stellen spezifische Anforderungen an die Beförderung am Urlaubsziel: Verheiratete Männer bevorzugen besonders Privatchauffeure, da sie unter Umständen fürchten, im fremden Land nicht als „Experte“ auftreten zu können, was Chauffeure vermeiden helfen.
  • Zusätzliche Services im Zielgebiet wie Übersetzer, Reiseführer oder Möglichkeiten zur rituellen Waschung vor dem Gebet motivieren Halal-Reisende zur Buchung.
  • Muslimische Frauen haben großen Einfluss auf die Urlaubsentscheidungen, auf die Planung und einen Teil der Logistik (Foto: Dielmann, Pixabay)
    Muslimische Frauen haben Einfluss auf Urlaubsentscheidungen und die Planung (Foto: Dielmann, Pixabay)
    Weitere Ergebnisse der Studie: Frauen haben großen Einfluss auf die Urlaubsentscheidungen, auf die Planungen und einen Teil der Logistik; Halal-Reisende wollen unerschlossene Reiseziele entdecken; Halal-Reisende zeigen eine klare Differenzierung ihrer Reisevorlieben, je nach Profil als Komfort-Liebhaber, Entdecker, Kernfamilie, erweiterte Familie, Schnäppchenjäger oder Simplicity Seeker (schnörkellos Reisender).

    Da Halal-Reisende oft aus dem Nahen Osten kommen, steht menschliche Interaktion stark im Fokus, und Reisebüros, Reiseveranstalter wie auch Berater spielen eine wichtige Rolle bei der Reiseplanung.

    Motive und Umfeld der Halal-Reisenden müssen verstanden werden, um das richtige Reisepaket anzubieten, insbesondere dann, wenn es um die Planung komplexer Reisen mit mehreren Zielen geht.

    Es gibt die deutliche Präferenz, alle Reisen, Touren und Unterkünfte im Voraus zu buchen, da Familien und Reisegruppen die Unsicherheit ungeplanter Reisen nicht mögen.

    Marktzahlen der jüngeren Zeit zeigen, dass der Halal-Reisesektor im Jahr 2014 rund 145 Milliarden US-Dollar umfasste. Mit einem Plus von 4,8 Prozent ist er einer der am schnellsten wachsenden Sektoren der globalen Reisebranche (im Schnitt lag das Branchenwachstum bei 3,8 Prozent).

    Das Wirtschaftswachstum in der islamischen Welt hat muslimische Reisende hervorgebracht, die im Schnitt jünger und gebildeter als früher sind mit einem höheren verfügbaren Einkommen. Daraus resultiert ein größeres Interesse an internationalen Reisen und Urlauben.

    „Halal-Reisende sind als demografische Gruppe eine große Chance“, sagt Antoine Medawar, Vice President Middle East and North Africa bei Amadeus. „Diese Einzelpersonen und Familien haben spezifische Anforderungen an ihre Zielgebiete und an das Service-Angebot. Die von Amadeus in Auftrag gegebene Studie ,Halal Travel 2016‘ zeigt, wo und mit welchen zusätzlichen Angeboten die Branche diese Zielgruppe ansprechen und den Umsatz steigern kann.“

    Wer ist der Halal-Reisende? Eine im Auftrag von Amadeus erstellte Studie charakterisiert den muslimischen Reisenden (Infografik: Amadeus)
    Wer ist der Halal-Reisende? Eine im Auftrag von Amadeus erstellte Studie charakterisiert den muslimischen Reisenden. Klicken Sie auf die Infografik, um sie zu vergrößern (Infografik: Amadeus)

    TRAVELbusiness-Background: Für die Studie wurden muslimische Reisende, Mitarbeiter der Reisebranche und Experten wie Reiseblogger interviewt – mit unterschiedlichstem Hintergrund sowie mit verschiedenen Einstellungen und Verhaltensweisen in Bezug auf Reisen.

    Zur Anwendung kam ein mehrdimensionaler Ansatz, um die Erfahrungen, Frustrationen und Bedürfnisse der Halal-Reisenden zu erfassen. Die ausgewählte Gruppe bestand aus: Halal-Reisenden, deren Familien jüngere wie auch ältere Kinder umfassten; Halal-Reisenden, die aus einer Vielzahl von Gründen zu bekannten und unbekannten Reisezielen fahren; Einwohnern und Expatriats, wo das in der Golfregion von Bedeutung ist.

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