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Wie Tansania an einer neuen Zukunft arbeitet

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Wallking-Safari durch das Selous Wildreservat
Das Selous Wildreservat im Südosten Tansanias ist nicht nur das größte, sondern zugleich eines der ursprünglichsten Schutzgebiete von Afrika (Foto: The Retreat Safaris/Jochen Reinhold)

Tansania ist ein Staat in Ostafrika. Er liegt am Indischen Ozean und grenzt an Kenia und Uganda im Norden, Ruanda, Burundi und die DR Kongo im Westen und Sambia, Malawi und Mosambik im Süden. Das Land hat viele wirtschaftliche und touristische Potenziale. Aber diese müssen noch stärker genutzt werden. Mit welchen Problemen der afrikanische Staat noch zu kämpfen hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

1961 wurde das ehemalige Tanganjika, einst Teil der Kolonie Deutsch-Ostafrika, von Großbritannien unabhängig und gemeinsam mit Sansibar zum heutigen Tansania. Das Land hat heute über 41 Millionen Einwohner auf einer Fläche, die etwa zweieinhalb Mal so groß ist wie Deutschland.

Seit Ende der 1990er Jahre versucht Tansania, den Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung der stärkeren Nachbarstaaten herzustellen – der Prozess bliebt schwierig. Tansania ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt, aber hat den Übergang zur Marktwirtschaft heute weitgehend geschafft.

Die Unterstützung des Privatsektors, der Umbau, die Liberalisierung der Wirtschaft und die Privatisierung von Staatsbetrieben sowie die Förderung in- und ausländischer Investitionen waren und bleiben auf der Agenda.

Trotz Erfolgen gibt es weiter Defizite in puncto politischer und infrastruktureller Rahmenbedingungen. Zentrale Wachstumshemmnisse sind neben der oftmals unzureichenden Infrastruktur – deren Qualität sich mit zunehmender Entfernung von der Küste verschlechtert.

Eisenbahnverbindungen stammen teilweise noch aus der Kolonialzeit. Mangelhafte Strom- und Wasserversorgung sorgen für enorme Probleme. Diese Defizite stehen der Wirtschafts- und Tourismusentwicklung im Weg.

Zuletzt konnte Tansania 2013 immerhin ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von sieben Prozent erzielen. Die Aussichten sind stabil und sollen bei acht Prozent liegen.

Problematisch bleiben auch das Bevölkerungswachstum mit rund 2,6 Prozent im Jahr, die Inflation, die 2013 bei knapp acht Prozent lag, Korruption und Schattenwirtschaft.

Große Wachstumspotenziale bietet der teilweise noch schlummernde Tourismus, der in Tansania aber im Vergleich mit vielen anderen Ländern Afrikas durch die enorme naturräumliche Attraktivität und Vielfalt eine längere Tradition und Bedeutung hat.

Karte von Tansania
Karte von Tansania (© Wiki Commons, Appius)

Tansania ist eine der attraktivsten und vielfältigsten Destinationen des Kontinentes mit einer hervorragenden Mixtur aus einzigartigen Tierparks und Natur, dem Kilimandscharo und einer sehenswerten und langen, aber viel zu wenig erschlossenen und vermarkteten Küste.

Aber auch die Hauptstadt Daressalam ist als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes ein wichtiges Reiseziel und als Standort internationaler Unternehmen und Geberorganisationen wichtige Veranstaltungs-, Tagungs- und Kongresslocation. Zudem gibt es allerhand Sehenswertes, Spuren aus der deutschen Kolonialvergangenheit – und tropischen Sandstrand ganz in der Nähe der Stadt. Im Vergleich zum touristisch erfolgreicheren Kenia schützt Tansania seine beiden Vorzeigeparks, den Ngorongoro-Krater und die Serengeti, effektiver – das dürfte sich langfristig auszahlen.

Eine gewisse Sonderrolle hat die Insel Sansibar inne, die mit eigenen Marketingaktivitäten auch auf großen Reisemessen und mit ihrem recht einzigartigen, unverwechselbaren Charakter und einer wohl unvergleichlichen Lage zusehends bei Touristen punkten kann.

Sansibar gehört schon lange politisch zu Tansania, aber hat sich gewisse kulturelle Eigenarten gewahrt und gehört zu den beliebtesten Destinationen Ostafrikas.

Dennoch ist – im Vergleich zum Potenzial – das touristische Angebot und die Bedeutung als Wirtschaftsfaktor trotz zahlreicher Hotels und Lodges im Land noch eher überschaubar.

  • Die Bekanntheit als Destination bei breiten Zielgruppen und die Angebote für Pauschaltouristen sind viel zu gering.
  • Problematisch sind zudem vergleichsweise hohe Preise – bei Defiziten in Qualität und Management.
  • Touristische Infrastrukturen sind teilweise noch unterentwickelt und Mängel bei Ausstattung und Service leider noch verbreitet. Hier ist viel zu tun.

Auch ist die Konkurrenz des Nachbarlandes Kenia enorm. Doch durch zunehmende Kriminalitäts- und Sicherheitsprobleme sowie vermehrten terroristischen Aktivitäten in Kenia könnte Tansania einiges von den Touristenströmen Kenias abzwacken und sich verstärkt als Alternative positionieren.

Positive Signale für die Attraktivität des Tourismusstandortes und für die weitere Entwicklung des Landes sind weitere Hoteleröffnungen. Die weltgrößte Hotelkette Best Western eröffnete zuletzt zwei neue Hotels.

Das Boutique-Hotel der Vier-Sterne-Kategorie Best Western Plus Peninsula Hotel befindet sich auf der Halbinsel Msasani im Norden der Hauptstadt Daressalam, in der Nähe des Julius Nyerere Flughafens. Eine weitere Neueröffnung ist das Best Western Plus Colosseum Hotel.

Auf der Insel Sansibar entsteht ein neues Hotel von Hyatt Hotel & Resorts, das „Park Hyatt Sansibar“- mitten in der historischen Altstadt Stone Town, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Diese Investition in ein Hotel dieser Größe und Qualität ist ein wichtiges Signal für den Tourismusstandort Tansania.

Diesen Trend unterstreicht die Eröffnung der ersten Vermietungsstation des deutschen Autovermieters Sixt in Daressalam. Dort bietet Sixt sowohl Geschäftsreisenden als auch Urlaubsgästen individuelle Vermietlösungen an. Damit ist die Firma mittlerweile in 15 afrikanischen Ländern vertreten und treibt den Ausbau seines Stationsnetzes voran.

Weitere Investitionen in Hotelprojekte befinden sich derzeit in Planung und Vorbereitung und ziehen ausländisches Kapital zusehends nach Tansania. Das Investitionsklima in Tansania ist aufgrund der politischen Stabilität und des konstanten Wirtschaftswachstums relativ attraktiv.

Die Entwicklung der gesamten Wirtschaft ist allerdings weiterhin in erheblichem Maße von der Landwirtschaft abhängig – über 70 Prozent der Bevölkerung leben und arbeiten auf dem Land.

Tansania exportiert nach wie vor vorwiegend Rohstoffe und Agrarprodukte wie Gold, Kaffee, Tee, Baumwolle und Tabak, aber zusehends auch Schnittblumen, Gemüse, Obst oder Biodiesel.

Die besten Wachstumsoptionen attestiert man Tansania im Bergbau, beim Ausbau der Infrastruktur, bei den Dienstleistungen und im Bankenwesen.

Auf Wachstumskurs sind zudem wie in anderen afrikanischen Ländern der Telekommunikations- und IT-Markt. Der private Konsum ist in Tansania noch kein gewichtiger Faktor. Das liegt am noch immer niedrigen Einkommen, das die Nachfrage nach hochwertigen Waren gering hält.

Die Regierung Tansanias will künftig Impulse vor allem durch den Ausbau der unzureichenden Infrastruktur setzen, um dieses Hemmnis für Wirtschaftswachstum abzubauen.

Ein wichtiges Projekt ist dabei der geplante Bau eines Hafens einschließlich Wirtschaftszone südlich von Bagamoyo, der einstigen deutschen Kolonialhauptstadt. Die Investitionen sollen sich auf rund 11 Milliarden US-Dollar belaufen. Dieser soll für erhebliches Wachstum sorgen.