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Business in Europa: KMU werden immer grüner

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Nachhaltigkeit setzt sich immer öfter auch in der Wirtschaft durch. Im Vergleich zu 2012 werden die Kleinen und Mittelständischen Unternehmen in Europa immer ressourceneffizienter und tragen damit auch mehr zur Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft bei. Das geht aus den Ergebnissen der aktuellen Eurobarometer-Umfrage 2013 über KMU, Ressourceneffizienz und grüne Märkte hervor.

So zeigt die Umfrage, dass 42 Prozent der KMU in der EU nun mindestens einen Mitarbeiter in Vollzeit oder Teilzeit beschäftigen, dessen Arbeit einen ökologischen Bezug hat1 – dies entspricht einem Anstieg um 5 Prozent gegenüber 2012 und übertrifft die vor knapp zwei Jahren geäußerten Erwartungen der Unternehmen.

Darüber hinaus haben mehr als neun von zehn KMU mindestens eine Maßnahme ergriffen, um ressourceneffizienter zu werden, und der Umfang ihrer Bemühungen hat seit dem letzten Jahr zugenommen.

Die häufigsten Maßnahmen haben mit der Verringerung des Abfallaufkommens (67 Prozent), Energieeinsparung (67 Prozent) und Materialeinsparung (59 Prozent) zu tun. Mindestens die Hälfte der Unternehmen recyceln auch, indem sie Materialien oder Abfälle innerhalb des Unternehmens wiederverwenden oder Wasser sparen (jeweils 51 Prozent).

Die Hälfte der europäischen KMU, die auf grünen Märkten tätig sind, bieten Waren und Dienstleistungen mit ökologischen Eigenschaften wie ökologische Produktion und Umweltzeichen oder Ökodesign (51 Prozent) an.

Über ein Drittel der KMU (35 Prozent) bieten Produkte oder Dienstleistungen aus dem Bereich recycelte Materialien an – 6 Prozent mehr als 2012. Bauprodukte, Nahrungsmittel und Getränke und elektronische und mechanische Geräte und Anlagen sind nach wie vor die am meisten verkauften grünen Produkte und Dienstleistungen.

Dazu Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum: „Ich freue mich, dass die europäischen KMU sich der enormen Herausforderung stellen und die Umstellung auf eine grünere Wirtschaft wagen. Dabei müssen wir sie aber noch mehr unterstützen, damit sie die ungenutzten Möglichkeiten zur Kosteneinsparung, zur Steigerung der Umsätze und zur Schaffung von mehr grünen Arbeitsplätzen ausschöpfen können. Die Umfrage zeigt außerdem, dass die KMU in den Vereinigten Staaten schnell aufholen – wir dürfen also nicht die Hände in den Schoß legen. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, damit wir auf diesem wichtigen Sektor wettbewerbsfähiger werden.“

Ressourceneffizienz wird immer wichtiger

Im Hinblick auf eine größere Ressourceneffizienz haben über 93 Prozent der KMU bereits Maßnahmen ergriffen, und auf die Frage nach zukünftigen Aktionen antworteten acht von zehn KMU, dass sie in den kommenden zwei Jahren weitere diesbezügliche Maßnahmen planen.

Diese Veränderung ist jedoch hauptsächlich auf den stärkeren Druck aufgrund steigender Energie- und Materialkosten zurückzuführen, der die KMU zu größerer Ressourceneffizienz bewegt. Lediglich 28 Prozent der KMU sagen, dass die Umwelt eine der höchsten Prioritäten ihres Unternehmens ist.

Vier von zehn (38 Prozent) KMU haben keine Schwierigkeiten mit der Einführung ressourceneffizienter Maßnahmen. Trotzdem stellen komplexe rechtliche oder administrative Verfahren für ein Viertel der KMU (26 Prozent) nach wie vor eines der wichtigsten Hemmnisse dar.

Grüne Märkte nach wie vor aufs eigene Land begrenzt

Der Anteil der europäischen KMU, die grüne Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert (26 Prozent), in den USA dagegen stieg er (34 Prozent). In der EU bleibt die Kundennachfrage der Hauptgrund, aus dem KMU grüne Waren und Dienstleistungen anbieten (50 Prozent). Die Grundwerte (33 Prozent) und die Außendarstellung (31 Prozent) des Unternehmens sind weitere Faktoren.

Grüne Märkte für KMU sind jedoch nach wie vor im Wesentlichen auf das eigene Land begrenzt, denn mindestens neun von zehn KMU, die grüne Produkte oder Dienstleistungen anbieten, erklären, dass ihr eigenes Land, was den Jahresumsatz angeht, ihr wichtigster Markt ist (91 Prozent). Knapp jedes fünfte KMU (19 Prozent) bezeichnet den Binnenmarkt als seinen wichtigsten Markt. Lediglich 7 Prozent der grünen KMU in der EU haben Drittländer als wichtige Märkte für ihre Produkte und Dienstleistungen im Visier.

Stärkere politische Maßnahmen sind notwendig, damit die KMU noch grüner werden

Politische Maßnahmen können zur Förderung des „grünen Wachstums“ der europäischen KMU beitragen. KMU sehen in finanziellen Anreizen die beste Unterstützungsmaßnahme für einen ökologisch bewussteren Betrieb und für grünere Produkte und Dienstleistungen.

  • Über ein Drittel (34 Prozent) der KMU halten Zuschüsse und Subventionen für die am besten geeigneten politischen Maßnahmen zur Förderung von Investitionen in die Ressourceneffizienz.
  • Etwa die Hälfte (46 Prozent) der KMU, die bereits grüne Produkte anbieten, gaben an, dass finanzielle Anreize zur Produktentwicklung am besten zur Erweiterung ihres Angebots grüner Produkte und Dienstleistungen beitragen könnten.
  • Zudem glauben 29 Prozent der KMU, die derzeit keine ökologischen Produkte und Dienstleistungen anbieten, dass finanzielle Anreize die beste Starthilfe für grüne Produktsortimente oder Dienstleistungen darstellen.
  • Finanzielle Anreize sind jedoch nicht die einzigen effizienten politischen Maßnahmen für europäische KMU. Ein Viertel (25 Prozent) hält Beratung über die Verbesserung der Ressourceneffizienz für wichtig, während 22 Prozent sich gerne zu Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen in die Ressourceneffizienz beraten lassen würden. 17 Prozent der KMU glauben, dass Unterstützung bei der Ermittlung potenzieller Kunden oder Märkte ihnen dabei helfen würde, die grünen Märkte für sich zu erschließen.

    Background: Die Flash-Eurobarometer-Umfrage über KMU, Ressourceneffizienz und grüne Märkte wurde von TNS Political & Social vom 9. bis 27. September 2013 durchgeführt. Die Europäische Kommission befragte mehr als 11.000 KMU zu Themen im Zusammenhang mit Ressourceneffizienz und grünen Märkten und folgte damit einer ähnlichen, 2012 durchgeführten Erhebung. Die Erhebung wurde in den 28 EU-Mitgliedstaaten sowie in Albanien, Island, Liechtenstein, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Montenegro, Norwegen, der Republik Serbien, der Türkei, Israel und den Vereinigten Staaten vorgenommen.

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    Redaktion: Georg Karp/TRAVELbusiness