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Umfrage: Schweizer KMU sind optimistisch für 2015

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Der Schweizer Franken hat sich vom Euro losgelöst, die Exportwirtschaft der Eidgenossen atmet auf, und die Schweizer KMU starten zuversichtlich ins neue Jahr. Eine Umfrage von Switzerland Global Enterprise (S-GE) bei 217 Schweizer Unternehmen zeigt, dass fast ein Drittel von ihnen in ferne Märkte expandieren wollen, während Europa für ihre Exporttätigkeit weiterhin sehr bedeutsam bleibt.

Laut dieser Umfrage zählen derzeit Deutschland, die USA und Frankreich zu den wichtigsten Exportmärkten für Schweizer KMU. Die ersten beiden entwickeln sich positiv, die Exportaussichten für Frankreich trüben sich dagegen eher ein, wie das Exportbarometer der Credit Suisse zeigt.

Das Exportbarometer bildet die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten ab und liegt derzeit mit einem Wert von 1.02 knapp über dem langjährigen Schnitt und dem Vorquartalswert. Die KMU-Exportperspektiven von S-GE deuten mit einem Wert von 65.4 Punkten für das 1. Quartal 2015 um einiges stärker auf Wachstum hin als noch im Vorquartal (60.8 Punkten).

Lukas Gehrig, Ökonom im Economic Research der Credit Suisse, sagt dazu: „Die USA sind derzeit der bedeutendste Exportwachstumstreiber, dies aufgrund der dynamischen Erholung der US-Wirtschaft sowie der Parität des erstarkten Dollars zum Schweizer Franken. Die Exportaussichten für die Eurozone bleiben hingegen durchzogen. Deutschland sendet nach wie vor eher positive Signale. In Italien und Frankreich hingegen deuten Produktionsrückgänge auf eine Verschlechterung der Exportmöglichkeiten hin.“

Was planen Schweizer KMU angesichts dieses Marktumfeldes? „Fast ein Drittel (31 Prozent) der von uns befragten KMU wollen neu in fernen Märkten aktiv werden. Am häufigsten werden dabei Länder im Raum Asien-Pazifik genannt (61 Prozent)“, sagt Alberto Silini, Leiter Beratung bei S-GE.

Silini: „Doch wir beobachten ebenfalls, wie wichtig Europa bleibt: Ein Viertel (26 Prozent) der Schweizer KMU wollen in den kommenden sechs Monaten in zusätzlichen Märkten in Europa Fuss fassen. Eine solche Diversifikation der Exportmärkte ist aus unserer Sicht sehr ratsam, weil sie Risiken verteilt und Wachstumschancen erhöht.“

Wie im Vorquartal dürften nach wie vor 92 Prozent der von S-GE befragten KMU in den nächsten sechs Monaten nach Europa exportieren. Frankreich und Italien werden dabei weniger häufig genannt als im 4. Quartal 2014 (52 Prozent und 40 Prozent gegenüber 61 Prozent und 45 Prozent).

Asien gewinnt zudem als Exportregion (1.Q 2015: 57 Prozent, 4.Q 2014: 54 Prozent) weiter an Bedeutung. Wie im Vorquartal beabsichtigen 41 Prozent der befragten KMU in die USA zu exportieren, nach Nordamerika sind es 46 Prozent. Der Nahe Osten und Afrika mit je 28 Prozent sowie Südamerika mit 19 Prozent bleiben unverändert.

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