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ITB-Diskussion: Wie steht es mit Menschenrechten im Tourismus?

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Unternehmen in der gesamten Reiseindustrie sehen sich immer öfter mit der Frage konfrontiert, wie sie in ihrer Geschäftstätigkeit den Schutz der Menschenrechte sicherstellen. Das Thema Menschenrechte gewinnt daher nicht nur auf der internationalen politischen Bühne und in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung, sondern wird auch in der Unternehmensführung immer wichtiger.

In der Reisewirtschaft stellt sich daher für viele Unternehmen nicht mehr die Frage ob, sondern wie sie mit ihrer menschenrechtlichen Verantwortung umgehen. Das spiegelt sich auch im Programm der ITB, der Leitmesse der weltweiten Reisebranche in Berlin, wider, die am 4. März startet.

Der Roundtable Menschenrechte im Tourismus, zu dessen Gründungsmitgliedern die Naturfreunde Internationale zählt, wird auf der ITB Berlin in einer ExpertInnendiskussion die Frage nach den Herausforderungen für den Tourismus im menschenrechtlich sensiblen Kontext und wie in der Praxis damit umgegangen werden kann, diskutieren.

In der Reisewirtschaft stellt sich für viele Unternehmen nicht mehr die Frage ob, sondern wie sie mit ihrer menschenrechtlichen Verantwortung umgehen. Das ist insbesondere in Tourismusdestinationen eine Herausforderung, die bis vor Kurzem noch unter Bürgerkrieg oder Diktatur litten.

Unter der Leitung von Michael Windfuhr vom Deutschen Institut für Menschenrechte werden TouristikerInnen und ExpertInnen von NGOs, darunter Mitglieder des „Roundtable Menschenrechte im Tourismus“, die menschenrechtlichen Risiken in diesen Zielgebieten analysieren und Empfehlungen für die Reisebranche diskutieren (Menschenrechte in der Praxis: Herausforderungen für den Tourismus in menschenrechtlich sensiblen Kontexten, 4.3.2015, 16–17 Uhr, Halle 4.1, große Bühne).

Neue Studie zu Wirkungen des Tourismus auf Menschenrechte

Am Freitag, dem 7. März, ist CSR Day auf der ITB. Im Rahmen der Veranstaltung „Tourismus, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen“ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH werden u.a. die Ergebnisse einer aktuellen Studie zu den negativen und positiven Wirkungen des Tourismus auf die Menschenrechte – analysiert anhand internationaler Beispiele – präsentiert, an der die Naturfreunde Internationale – respect federführend beteiligt war (Tourismus, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen – Neue Studien zu einem kontroversiellen Thema, 6.3. 2015, 13–14 Uhr, Halle 4.1, große Bühne).

Background: Der Roundtable Menschenrechte im Tourismus ist eine Multistakeholder-Initiative und versteht sich als offene Plattform zur Förderung der Menschenrechte im Tourismus.

Er ist ein Impulsgeber für Unternehmen, Organisationen und Institutionen, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte im Tourismus einsetzen.

Die Teilnahme steht allen institutionalisierten Akteuren, die sich mit den Grundsätzen des Roundtables identifizieren, offen. Der Roundtable Menschenrechte im Tourismus hat sich im Oktober 2012 gegründet und zum Ziel gesetzt,

  • im Tourismus einen Prozess der menschenrechtlichen Verantwortung gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (Ruggie 2011) anzustoßen und Tourismusunternehmen für die Einhaltung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht zu gewinnen;
  • einen Branchenstandard sowie ein Managementkonzept zur menschenrechtlichen Verantwortung gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte zu erarbeiten, in der Tourismuswirtschaft zu empfehlen und bekannt zu machen;
  • die Implementierung von Menschenrechtsstandards in den Geschäftsprozessen der Reiseunternehmen durch die Bereitstellung von Informationen, verschiedenen Materialien sowie durch Know-how-Transfer über den Zugang zu Good Practices zu fördern;
  • Öffentlichkeit, Medien, Reisende, Unternehmen, Investoren, Lehrfachkräfte und Studierende sowie politisch Verantwortliche für die Einhaltung der Menschenrechte im Tourismus zu sensibilisieren.
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