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Wenn falscher Chef echte Firma abzockt

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Mann steht am Fenster und ruft eine Firma an
Wenn der falsche Chef die echte Firma anruft und eine Überweisung von der Buchhaltung fordert, dann handelt es sich dabei um einen klassischen CEO-Betrug (Foto: Daniel Reche, Pixabay)

Falscher Chef und echte Firma. Nach einem CEO-Betrug in Vorarlberg ist es gelungen, ein bereits überwiesenes Geld aus dem Ausland zurückzuholen und so den Schaden für die betroffene Firma zu minimieren. Das Bundeskriminalamt warnt daher erneut vor der perfiden Betrugsmasche und gibt Tipps zu Prävention.

So wurde im Sommer 2017 ein namhaftes Technologie-Unternehmen aus dem Bregenzerwald Opfer eines sogenannten CEO-Betrugs. Trotz Vorsicht seitens des Unternehmens gelang es den professionell agierenden Kriminellen eine Mitarbeiterin mittels gefälschter Emails ihres Geschäftsführers zu täuschen und so zu fünf Auslandsüberweisungen mit einer Gesamtsumme von 149.800 Euro zu bewegen.

Das Unternehmen erstattete rechtzeitig Anzeige bei der Vorarlberger Polizei. In enger Zusammenarbeit zwischen der geschädigten Firma und dessen Bank sowie des Landes- und Bundeskriminalamtes sowie der Staatsanwaltschaft gelang es jetzt, rund 83.000 Euro auf ausländischen Bankkonten sicherzustellen und zurückzuführen. Dadurch konnte der Schaden für das betrogene Unternehmen deutlich begrenzt werden. Die Ermittlungen zur Täterschaft sind noch im Gange.

Die Polizei warnt eindringlich vor dem Betrugsmodus des CEO Betrugs. Emails mit unüblichen Überweisungsaufträgen sollten äußerst kritisch hinterfragt und bei geringstem Zweifel durch telefonische oder persönliche Rücksprache abgeklärt werden.

Seit 2015 ist diese Betrugsform in ganz Europa bekannt. Die Betrüger geben sich als vermeintliche Firmenchefs, international als Chief Executive Officer (CEO) bezeichnet, aus und kontaktieren mit einer manipulierten E-Mail-Adresse ihre Zielpersonen, in der Regel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Treasury, der Buchhaltung oder dem Accounting.

Es wird eine dringende Überweisung unter strikter Geheimhaltung angeordnet. Dieser Schritt wird in weiterer Folge durch eine Drittperson, einem Jurist, Geschäftspartner oder Berater, bestätigt. Wie Unternehmen sich vorm CEO Betrug schützen können, verrät ein Informationsblatt des BKA.

Beim Modus „Rechnungslegungsbetrug“ werden fiktive oder abgeänderte Rechnungen an die Unternehmen verschickt. Die Täter zielen darauf ab, eine Geldleistung mitunter über Auftrag des Geschäftsführers oder des Vorstandes zu generieren. Neuerdings werden auch Rechnungen an Unternehmen übermittelt, ohne dass irgendeine Lieferung oder Leistung erbracht wurde. Ziel der Täter ist es, bei unachtsamen Opferunternehmen eine Zahlung zu ergaunern, die unter Prüfung der Sachlage keineswegs eine entsprechende Bezahlung rechtfertigt