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Flugtaxis beflügeln den Individualverkehr

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Flugtaxis sind als Ergänzung zum Individualverkehr im Kommen (Foto: Roland Berger)
Flug in die Zukunft: Flugtaxis sind als Ergänzung zum Individualverkehr im Kommen (Foto: Roland Berger)

Schon bald Flugtaxis als Ergänzung für den Individual- und Transferverkehr? Die ersten Metropolen testen und planen diese Zukunft bereits: In Guangzhou, China, werden seit 2018 Demoflüge durchgeführt; in Paris, Frankreich, sollen ab 2024 erste Maschinen Menschen transportieren und in Dallas, USA, stehen demnächst Testflüge auf dem Programm.

Das Segment der bemannten Urban Air Mobility (UAM), die Ausweitung städtischer Transportsysteme in den Luftraum, soll bis 2050 ein Marktpotenzial von jährlich 90 Milliarden US-Dollar erreichen. Das zeigt Roland Berger in der aktuellen Studie „Urban Air Mobility“.

„Wir schätzen, dass 2050 etwa 160.000 kommerzielle Flugtaxis in der Luft sein werden“, prognostiziert Manfred Hader, Partner bei Roland Berger. „Unternehmen, die heute Autos, Flugzeuge oder Helikopter produzieren aber auch Neueinsteiger, können einen großen Markt erschließen, wenn sie sich in den kommenden Jahren entsprechend positionieren.“ Insbesondere zwischen 2030 und 2050 rechnen die Experten von Roland Berger mit einem dynamischen Wachstum.

Das vollelektrische Flugtaxi „Lilium Jet“ startet und landet vertikal und ermöglicht so Verbindungen von Stadtzentrum zu Stadtzentrum mit Direktflügen von bis zu einer Stunde. Seine Erfinder sind Daniel Wiegand, Sebastian Born, Matthias Meiner und Patrick Nathen
Das vollelektrische Flugtaxi „Lilium Jet“ startet und landet vertikal und ermöglicht so Verbindungen von Stadtzentrum zu Stadtzentrum mit Direktflügen von bis zu einer Stunde. Seine Erfinder sind die Firmengründer Daniel Wiegand, Sebastian Born, Matthias Meiner und Patrick Nathen (Foto: Lilium)

Mehr als 110 Städte interessieren sich für Flugtaxis

Schon heute gibt es mehr als 110 städtische oder regionale Projekte rund um den Globus zur Bereitstellung autonomer Lufttransport-Angebote. Die Hälfte davon stammt aus Europa. Startups und etablierte Unternehmen (Hersteller von Flugzeugen, Helikoptern und Fahrzeugen) entwickeln Flugtaxis und Services für unterschiedliche Bereiche.

Auch die Corona-Pandemie, die weite Teile der Weltwirtschaft und die traditionelle Luftfahrtbranche in den vergangenen Monaten in Schockstarre versetzte, konnte dem Aufstieg von UAM zuletzt nicht schaden: In der ersten Hälfte 2020 summierten sich die Investitionen in Start-ups in dem Bereich auf 907 Millionen US-Dollar – deutlich mehr als im Gesamtjahr 2016 (ca. 40 Millionen US-Dollar).

Aktuell geben zwei Entwicklungen der Branche Auftrieb. „Die Akzeptanz der Technologie in der Bevölkerung wächst mit jedem Testflug und die Regulierungsbehörden in Europa und den USA beschäftigen sich inzwischen so ernsthaft mit dem Thema, dass rechtliche Hürden in absehbarer Zeit überwunden werden können“, sagt Stephan Baur, Principal bei Roland Berger.

Blick in die Zukunft der Flugtaxis

Um valide Zahlen über die künftige Entwicklung zu generieren, haben die Studienautoren Daten aus 1.200 Großstädten erhoben und zu vier idealtypischen Städtearchetypen kumuliert. Sie kommen zu dem Schluss, dass sich für die Zukunft drei unterschiedliche Einsatzbereiche bestimmen lassen:

  • City-Taxis mit einer Reichweite von 15 bis 50 Kilometern,
  • Airport-Shuttles mit derselben Reichweite sowie Intercity-Jets, die Distanzen von bis zu 250 Kilometern zurücklegen können.
  • Die Branche dürfte sich demnach etwa zu gleichen Teilen auf die Fertigung dreier unterschiedlicher Typen spezialisieren (City Taxi: 36 Prozent, Airport-Shuttle: 35 Prozent, Intercity-Jets: 29 Prozent).

    Die Margen, die sich mit den jeweiligen Flugtaxis erzielen lassen, differieren jedoch signifikant: „Bis 2050 werden die Flughafen-Shuttle- und Inter-City-Dienste den Löwenanteil unter sich aufteilen, etwa 90 Prozent der Einnahmen“, sagt Manfred Hader.

    Wie Flugtaxis die Nachhaltigkeit beflügeln

    Bereits um 2025 werden erste Anbieter in den Markt drängen und diese Services anbieten. „In der Folge erwarten wir einen Übergang zu einem Premium-Modell des öffentlichen Verkehrs, bei dem die UAM-Dienste den heutigen Taxidiensten immer ähnlicher werden.“

    Doch nicht nur die Hersteller von Flugtaxis werden ein Stück vom 90-Milliarden-Kuchen abbekommen. Ein ganzes Ökosystem wächst rund um UAM. Der Markt wird sich infolgedessen weiter ausdifferenzieren und zu einer Reihe von unterschiedlichen Geschäftsmodellen in verschiedenen Segmenten führen.

    „Es geht weit über das reine Flugtaxi hinaus – der Markt wächst mit der Infrastruktur, wie beispielsweise Landeplätzen, Dienstleistungen, Flight-Operations, Ticket-Vermittlung und Reparaturen“, sagt Stephan Baur.

    Und: „Wir gehen im Moment davon aus, dass die Hersteller der Flugtaxis – ähnlich wie es in der Automobilindustrie der Fall ist – anfangs den Markt dominieren werden. Auf jeden Fall müssen sich die Unternehmen in diesem neuen Ökosystem klar positionieren.“

    Volocopter arbeitet mit Lufthansa zusammen

    Volocopter, der Pionier der Urban Air Mobility (UAM), gab heute eine Kooperation mit Lufthansa Industry Solutions bekannt. Gemeinsam entwickeln sie die intelligente und integrierte „Urban Air Mobility Software Plattform“ von Volocopter, die auf Microsoft Azure betrieben wird: VoloIQ. Sie ermöglicht eine ganzheitliche digitale Darstellung des komplexen UAM-Ökosystems in Echtzeit.

    Auch durch den Einsatz künstlicher Intelligenz wird VoloIQ unter anderem folgendes ermöglichen:

  • Globaler Betrieb von Flugtaxis im großen Maßstab
  • Nahtloser Kundenservice (z.B. einfache Buchungen) und die Integration von bestehenden Mobilitätsanbietern, Smart Cities und neuen Dienstleistungsanbietern
  • Erhöhte Sicherheit und Effizienz, Kostensenkungen und ein zuverlässiges, reibungsloses Benutzererlebnis (sowohl off- als auch online)
  • Optimierte Flugzeugauslastung und erhöhte Lebensdauer einzelner Komponenten

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