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Lockdown: So sind die Regeln in Europa!

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Leider geschlossen: Ganz Österreich im neuen Lockdown (Foto: Anna Shvets, Pexels)
Leider bis 6.Dezember geschlossen: Ganz Österreich im strengen Lockdown (Foto: Anna Shvets, Pexels)

Ein Land unter Hausarrest: Seit 17.11. befindet sich Österreich im Lockdown. Welche Regeln gelten aktuell in weiteren acht ausgewählten EU-Ländern für Schulen, Supermärkte, Restaurants und Co.? Hier eine aktuelle Übersicht.

Verschärfter Lockdown in Österreich am strengsten: Ebenso wie in Italien müssen in Österreich seit 17.11. die Schulen schließen, zudem sind auch der Einzelhandel sowie Hotels geschlossen, die aber in Deutschland teilweise geöffnet bleiben.

Schulen bleiben in fast allen anderen Ländern offen: Bis auf die beiden genannten Länder schrecken die anderen untersuchten Nationen noch vor einer Schließung der Schulen zurück – in Frankreich, Deutschland, UK, Belgien, den Niederlanden, Spanien und Schweden gibt es weiterhin Präsenzunterricht.

Supermärkte offen, Einzelhandel oft geschlossen: Die Grundversorgung durch Supermärkte wird in allen Ländern beibehalten, doch “nicht notwendige” Geschäfte müssen in Österreich, Frankreich, UK und Belgien schließen.

Gastronomie und Kultur am stärksten von Schließungen betroffen: Bis auf Schweden sind Restaurants und Bars in fast allen Ländern geschlossen. Kultureinrichtungen wie Kinos oder Theater haben nur in Spanien geöffnet.

Treffen Sie niemanden! Jeder Kontakt ist einer zuviel: Das sind die harten Devisen, die Österreichs Kanzler Sebastian Kurz mit der Verschärfung des Lockdowns geltend macht. Dort werden seit 17. November – nach den bereits geschlossenen Bereichen Gastronomie, Tourismus, Kultur und Sport – auch der Betrieb der Schulen und des nicht der Grundversorgung dienenden Einzelhandels komplett heruntergefahren.

Wie sieht der Lockdown in anderen EU-Staaten aus?

Corona-Lockdown-Vergleich von acht EU-Staaten (Grafik: DIY Heimwerker)
Corona-Lockdown-Vergleich von acht EU-Staaten (Grafik: DIY Heimwerker)

Eine Analyse des DIY-Portals Heimwerker zeigt, inwiefern Schulen, Supermärkte und Geschäfte zur Deckung der Grundversorgung, sonstiger Einzelhandel, Hotels, Fitnessstudios und Sporteinrichtungen, Restaurants, Kultureinrichtungen und Bars von den Schließungen betroffen sind.

In die Analyse einbezogen wurden – neben Deutschland – Österreich, Frankreich, Italien, das Vereinigte Königreich, Belgien, die Niederlande, Spanien und Schweden.

Fast alle Länder bemühen sich, den Schulbetrieb trotz Lockdown weiter möglichst beizubehalten. Von den acht untersuchten Staaten bleiben die Schulen nur in Österreich und Italien geschlossen. In Spanien herrscht allerdings in den Schulen Maskenpflicht und Belgien hat die Herbstferien um eine Woche verlängert.

Auch die Supermärkte bleiben in allen Ländern trotz Lockdown offen, um die Grundversorgung der Bevölkerung zu sichern. In zwei Ländern gibt es aber Einschränkungen: In Italien werden Einkaufszentren am Wochenende geschlossen und die Läden haben oft verkürzte Öffnungszeiten.

In Frankreich müssen alle „nicht-existenziellen“ Geschäfte schließen. Das betrifft auch entsprechende Abteilungen in Supermärkten, z.B. Bücher-Abteilungen. Der Einzelhandel muss in Österreich, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Belgien schließen.

Homeoffice im Lockdown: Viele Arbeitnehmer müssen wieder von zuhause arbeite (Foto: Pixabay)
Homeoffice im Lockdown: Viele Arbeitnehmer müssen wieder von zuhause arbeite (Foto: Pixabay)

Hotels haben eingeschränkt geöffnet

Die Hotellerie liegt in den meisten Ländern zumindest nicht komplett brach. Einige Staaten, z.B. Frankreich und Spanien, schränken den Publikumsverkehr jedoch stark ein. Der Tourismus steht vor dem Kollaps.

So dürfen in Frankreich nur Geschäftsreisende aus dem Inland im Hotel nächtigen. In Spanien sind die Hotels nur für regionale Gäste geöffnet. Ausnahme sind hier die Kanaren, Balearen und die Extremadura, die bisher noch nicht, wie der Rest des Landes, abgeriegelt wurden.

Fitnessstudios mussten, wie in Deutschland, auch in Österreich, Frankreich, Italien, UK und Belgien schließen. In Spanien sind sie nur in der Region Katalonien geschlossen, im Rest von Spanien, Schweden und den Niederlanden können sich Sportfans weiterhin im Studio ihrer Wahl fit halten.

Restaurants sind neben Deutschland auch in Österreich, Frankreich, UK, Belgien und den Niederlanden geschlossen. In Italien dürfen Trattoria und Co. tagsüber öffnen, müssen aber um 18 Uhr ihre Pforten schließen. Auch in manchen Regionen Spaniens gilt diese Regel; in anderen dürfen Gaststätten nur mit der halben Kapazität arbeiten. In Katalonien ist die Gastronomie komplett dicht.

Kultur und Nachtleben leiden im Lockdown

Besonders hart von Schließungen betroffen sind in allen Ländern Bars und Nachtlokale. Hier bildet nur Schweden mit seinem “Sonderweg” die Ausnahme. Das Land setzt bisher grundsätzlich nicht auf Verbote, sondern Gebote – “Soll” statt “Muss”.

Entsprechend wird zwar von dem Besuch von Bars abgeraten, verboten ist es aber nicht. Allerdings sind die Infektionszahlen auch hier in den letzten Monaten stark gestiegen und so wird auch im Land des Sonderwegs der Kurs langsam etwas verschärft: am 12.11. wurde ein Alkohol-Verbot ab 22 Uhr erlassen.

Ansonsten bleiben die Vergnügungsstätten in allen Ländern zu und die Kehlen trocken. In Italien gilt auch für Bars die 18-Uhr-Regel; insofern haben diese in Italien zwar theoretisch geöffnet, doch der typische abendliche Barbetrieb fällt auch hier aus.

Interessante Ausnahme: Im ehemaligen Corona-Hotspot Madrid sind die Bars wieder bis 24 Uhr geöffnet, da die Infektionszahlen hier drastisch gesunken sind. Manche sprechen schon vom „Wunder von Madrid“, andere sind noch skeptisch. Experten wollen sich noch nicht auf eine Erklärung festlegen. Die erfreuliche Entwicklung könnte aber etwas mit den Antigen-Tests zu tun, die Madrid massenhaft bestellte und die womöglich eine deutlich einfachere Nachverfolgung von Infektionen gestatten.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder rufen die Bürger eindringlich dazu auf, private Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche. Auf private Feiern sollte gänzlich verzichtet werden, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen.


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