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Wie das Glücksspiel Österreich erobert hat

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Ob auf Reisen oder Zuhause: Mit dem Glücksspiel das Glück herausfordern (Foto: Andrea Piacquadio, Pexels)
Ob auf Reisen oder Zuhause: Mit dem Glücksspiel das Glück herausfordern (Foto: Andrea Piacquadio, Pexels)

Das Online-Glücksspiel in Österreich erfreut sich wachsender Beliebtheit. Immer mehr Menschen möchten den kleinen Nervenkitzel nicht missen und spielen mit dem Gedanken, im virtuellen Casino ihr ersehntes Glück zu versuchen. Zu Recht fragen sich Interessenten, worauf man beim Glücksspiel im Web speziell in Österreich achten muss.

Nach rechtlicher Definition sind Glücksspiele solche Spiele, deren Ausgang lediglich vom Glück, nicht von den eigenen Fähigkeiten oder von Geschicklichkeit abhängt. Jegliches Glücksspiel ist deshalb in Österreich auf Bundesebene geregelt, wobei man grundsätzlich zwischen zwei Glücksspielarten unterscheidet – dem „kleinen“ und dem „großen“ Glücksspiel.

Bei dem kleinen Glücksspiel handelt es sich um geringwertige Einsätze im Cent- bis niedrigen Euro-Bereich. Dieses ist nur in einigen Bundesländern verboten, in anderen jedoch erlaubt. Beim großen Glücksspiel geht es unstrittig um hohe Geldbeträge – und das ist beim virtuellen Casino natürlich der Fall. Von dieser Warte aus betrachtet könnte die Teilnahme an einem Online-Glückspiel in einem virtuellen Casino also problematisch sein, allerdings gibt es ein Schlupfloch.

Der Staat sorgt für ein sicheres Glckspiel

Grundsätzlich vergibt der Staat die Lizenzen und diese werden bisher für das sogenannte große Glücksspiel unverändert ausschließlich an die Casino Austria AG vergeben. Diese betreibt 12 Casinos in Österreich: In Baden, Bregenz, Graz, Innsbruck, Kitzbühel, Kleinwalsertal, Linz, Salzburg, Seefeld, Velden, Wien und Zell am See können sowohl Einheimische als auch Touristen das Spiel in gediegenem Ambiente genießen.

Da Österreich Mitglied in der Europäischen Union ist, gilt auch hier das Gesetz zur Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit gilt. Von diesem Standpunkt aus ist die Teilnahme am Online-Glücksspiel in einem Internet-Casino, das über eine Lizenz in einem EU-Mitgliedstaat verfügt, möglich.

Wichtig ist jedoch, dass man ein seriöses Online-Casino wählt, das auch über eine entsprechende Lizenz verfügt. Außerdem ist die Lizenz ein deutliches Indiz darauf, dass sich der Betreiber an die Gesetze und hohen Anforderungen des jeweiligen Landes hält, in dem die Lizenz vergeben wurde.

Und ewig lockt das Glück im virtuellen und realen Casino (Foto: Pixabay)
Und ewig lockt verführerische das Glück im virtuellen und realen Casino (Foto: Pixabay)

Viele Online-Casinos befinden sich zum Beispiel in Malta, Gibraltar oder Großbritannien, wobei alle diese Staaten mit zur EU gehören. Um in diesen Ländern eine Lizenz zu erhalten, müssen hohe Anforderungen erfüllt werden und das umfasst wortwörtlich alle Bereiche. Es geht dabei um die verwendete Spielsoftware über Auszahlungen bis hin zu weiteren rechtlichen Grundvoraussetzungen. Insofern macht man mit der Wahl eines Casinos mit einer Lizenz in diesen Ländern nichts falsch.

Wie findet man seriöse Online Casinos im Internet?

Wie man sieht, ist das Finden eines seriösen Online-Casinos, das in Österreich seine Dienste anbietet, nicht sonderlich schwer. Um sich ausführlich zu informieren, lohnt der Besuch einer auf Online-Casinos spezialisierten Webseite. Dort findet man dann auch eine Antwort auf die Frage, welches als bestes Online Casino Österreich bezeichnet werden könnte.

Das Spielen in Online-Casinos verführt zum schnellen „Zocken“. Es besteht die Gefahr, dass man das Gefühl für den Wert des Geldes verliert. Schließlich legt man nicht mehr echte Jetons auf das Spielfeld, sondern markiert das Feld nur mit dem Mauscursor.

Um einem zu großen Verlust vorzubeugen, sollte man die von fast jedem Online-Casino angebotenen Begrenzungen nutzen. Dazu zählen Tages-Limits, Wochen-Limits oder schlicht die Begrenzung der Spielzeit. Außerdem sollte jeder Spieler sein Spielverhalten reflektieren und rechtzeitig eine Beratungsstelle für Spielsucht aufsuchen.

Wer in Österreich wohnt, muss also nicht zwangsläufig eines der 12 großen Casinos in Österreich aufsuchen oder sich ins Ausland begeben, um zu spielen. Denn auch von Österreich aus kann man im Internet zu Online-Casinos „reisen“.

Süßer die Glocken des Glücksspiels nie klingen

Die Glücksspiel-Branche in Österreich boomt. Allein im Jahr 2019 wurde ein Brutto-Spielertrag – das ist der Differenzbetrag aus den Einsätzen und Gewinnen der Spieler – von insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro erzielt. Ein absolut neuer Rekordwert.

Der größte Umsatzbringer waren dabei Lotterie-Glücksspiele mit 672 Millionen Euro, gefolgt von Automaten, Video-Lotterie-Terminals mit 346 Millionen Euro und Sportwetten mit 326 Millionen Euro.

Das Lotto ist das beliebteste Glücksspiel für die meisten Menschen (Foto: Pixabay)
Lotto ist das beliebteste Glücksspiel für die meisten Menschen und größter Umsatzbringer (Foto: Pixabay)

Das Meinungsbild zum Glücksspiel ist breit gefächert: Während 25 Prozent ihm positiv gegenüberstehen, lehnen es 28,6 Prozent ab; 46,4 Prozent positionieren sich in der Mitte. Aber erstaunlicherweise nehmen immerhin 41 Prozent der Österreicher nehmen laut einer Umfrage zumindest einmal jährlich an Glücksspielen teil. Die mit Abstand beliebteste Spielart ist das klassische Lotto 6 aus 45.

So alt ist das Glücksspiel in Österreich

Geld- und Zufallsspiele bilden seit dem Mittelalter einen Gegenstand legislatorischer Reglementierung, die zwischen Toleranz, Privilegierung und Verbot pendelte. Während Spiele „um Kurtzweil“ meist geduldet wurden, suchte die Obrigkeit die gewinnorientierten hohen Geld- und Glücksspiele zugunsten der Tugenden Arbeit, Fleiß und Sparsamkeit zu unterdrücken.

Bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörte das Glücksspiel zum Standardrepertoire der Alltagsgestaltung am Wiener Hof; unter Maria Theresia, die selbst oft und gern ein großes Spiel spielte, wurde 1747 dem Entrepreneur der kaiserlichen Hofoper, Rochus Freiherr von Lopresti, die Erlaubnis zur Abhaltung verbotener Spiele eingeräumt. 1751 wurde das Lotto eingeführt. 1765 fand mit dem Tod Franz I. das Glücksspiele bei Hof ein Ende.

Oktober 1787 erließ Joseph II. ein Lotteriepatent, durch das das Glücksspiel des „kleinen Mannes“, das „Lotto di Genova“, geregelt wurde (Lotto). Die vor dem Linienwall in Wien aufgestellten Würfeltische und andere Spielbuden waren zumeist an Sonn- und Feiertagen Treffpunkte vor allem der unteren Schichten der Bevölkerung.

Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Revolution 1848 fanden immer wieder Polizeirazzien gegen die Spielhalter statt. Mit Protektion des französischen Militärs etablierten sich 1809 zwei öffentliche Spielbanken.Bis zum Friedensschluss wurde, wie Joseph Richter in seinen „Eipeldauer-Briefen“ berichtet, unter „schrecklichen Zulauf“ „Rouge et Noir“ gespielt. Am 12. März 1813 wurde das Staatslottowesen von Franz I. gesetzlich neu geregelt („Lottopatent“). 1871 wurde das Glücksspiel zwar eingeschränkt, aber nicht aufgehoben.

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